Das leidige Thema Nachsorge

Gestern war mein halbjährlicher Check bei meinem Onkologen angesagt. Trotz allem liegen im Vorfeld meine Nerven immer ein wenig blank, die Stimmung schwankend zwischen Hochseetaumel und Abwärtsfahrten, weil was wenn doch und eigentlich geht es mir doch gut und lass den Doc bloß nix Besorgnis erregendes finden.

Und dann tritt Frau nach ihrem Termin aus der Praxis, die Sonne scheint auf das Schönste von einem strahlendblauen Himmel, für´s erste scheint soweit alles gut zu sein, aber...

 

Als erstes erfolgte in der Praxis das obligatorische Blutabnehmen.

Wie angenehm solch eine Prozedur doch sein kann, wenn dies von fachkundiger Hand durchgeführt wird – viele Assistentinnen in diversen Praxen kommen mit den zur Verfügung stehenden Venen an meinem rechten Arm nicht zurecht und man sieht im Anschluss des häufigeren aus, als wenn der Arm auf das übelste misshandelt wurde. Meine Venen haben sich trotz Port unter all den Strapazen während Chemo & Co ziemlich rar gemacht. Aber diesmal sieht für mich alles pikobello aus. Nicht der kleinste blaue Fleck auszumachen. Fein!

 

Mein Onkologe war mit dem Sono von meinem Oberbauch auch sehr zufrieden.

Das beruhigt immer wieder. Nun muss ich mich noch ein paar Tage in Geduld üben und am Donnerstag kann ich mir meine Blutwerte abholen. Ich hoffe sehr, dass sie in Ordnung sind und meine Leberwerte sich nicht weiter verschlechtert haben unter der AHT und sonst soweit alles in Ordnung ist. Vitamin D Spiegel testen zu lassen, gehört mit dazu.

Am Donnerstag werde ich mir meine Werte abholen und mit diesen mein nächstes Projekt starten – alle neuen Unterlagen zur Bio-Med Klinik einreichen und baldigst einen Termin ausmachen zur stationären Aufnahme und mich ein wenig Feintunen lassen, wenn ich denn schon keine Reha wage.

 

Mein Verdacht, dass ich unter der TAC-Chemo eine Polyneurophatie entwickelt haben könnte, scheint sich zu bestätigen. Die von mir beschriebenen Schmerzen in meinen Füßen, werden nun nicht mehr als Nebenwirkung unter der AHT gehandelt.

Ich sag ja immer, dass ich nur zu gut weiß, wie sich die kleine Meerjungfrau an Land gefühlt haben muss. Und dann hat´s bei ihr trotz aller Qual noch nicht mal mit dem Prinzen geklappt – bei mir leider bislang auch nicht. Es wird wohl Zeit für ein neues Märchen in meiner Lebensgeschichte - ´ne Prinzessin bin ich bisweilen ja schon, aber wo bleibt der Kerl, der sich bestmöglichst nicht als Frosch entpuppt?

 

Da der Leidensdruck in Bezug Füßen bei mir mittlerweile ziemlich hoch ist, hab ich mir heute in der Apotheke das von meinem Onkologen verschriebene Lyrica abgeholt.

Das viel mir schon schwer, mich nun doch für dieses Medikament zu entscheiden. Hatte viel mehr auf Vitamin B12 gehofft oder so...hat auch dieses Medikament erheblich mit Nebenwirkungen aufzuwarten. Trotz allem hege ich die Hoffnung, dass ich die Tabletten gut vertrage und sie tatsächlich Linderung bringen. Die erste habe ich tapfer heute Mittag hinuntergeschluckt, die zweite folgt sogleich, mutig wie ich bin.

Ich ertappe mich dabei in mich hineinzuhorchen und nachzuspüren, was wohl passieren wird. Das mir schwindelig ist, liegt sicher an meinen Nerven und vor allem daran, dass ich heute zu wenig getrunken habe und nicht an dem neuen Medi.

Lyrica hatte ich nach der letzten Chemo bereits verschrieben bekommen, aber wegen der Nebenwirkungen die auf dem Beipackzettel vermerkt waren, nach ersten Besserungen schnell wieder abgesetzt. Vielleicht hätte ich es länger nehmen sollen, dann hätte ich heute eventuell weniger Beschwerden. Aber hätte und wenn liebes Mädel – no go!

Ich wollte und will eigentlich kein zusätzliches Gift in mich hineinschlucken. Hmmm...na mal schauen, was wird...

 

Dafür habe ich mir heute zur Belohnung ein schönes Kleid gekauft – in dunkelblau, welches meine AHT Kilos gekonnt umschmeichelt. Eigentlich wollte ich mir diesen Monat kein Belohnungsshopping gönnen...aber nach gestern und heute durfte das sein! Leider nie um ´ne Ausrede verlegen, das Frollein Wunderfein...tztz!

Um nochmals auf die Polyneurophatie zu kommen: Termin bei einem Neurologen ist ausgemacht. War schon völlig gefrustet, weil bei vielen die Wartezeit zu einem Termin bei einem Jahr liegt – schon heftig.

Mit gut Glück habe ich heute bei einer Neurologin, die sehr gute Referenzen zu verbuchen hat, man mag es fast kaum glauben, für Ende August einen Termin ausmachen können!

Bin ganz stolz auf mich... mal sehen, was die Untersuchungen bei ihr ergeben und ob sich der Verdacht bestätigt.

 

Ich wünsche euch allen einen schönen lauen Sommerabend, den ich heute Abend auf meinem Balkon verbringe...mich von Farben des Sonnenuntergangs berauschen lassen, den Schwalben bei ihren Jagdmanövern zuschauen und schon bald den ersten dicken Maikäfern, die um meinen Balkon herumschwirren, fasziniert zuschauen, weil sie so laut brummen beim Fliegen- die besuchen mich derzeit jeden Abend in der kurzen Stunde der Dämmerung!

Euer Frollein Wunderfein

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