get-together der Mammo Mädels

© Janine Escher
© Janine Escher

Vergangene Woche luden Viola und Corinna von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie zum get-together nach Berlin ein. Im letzten Jahr fand dieses Event zum ersten Mal statt und wir haben uns sehr gefreut, auch in diesem Jahr eine Einladung erhalten zu haben.

 

Im Mai diesen Jahres, haben die beiden Initiatorinnen der Kampagne #Gibachtaufdich, den Deutschen Preis für Onlinekommunikation in der Kategorie Kampagne des Jahres von Verbänden gewonnen. Und die Beiden werden nicht müde zu erzählen, dass dieser Preis nicht nur ihnen gilt, sondern allen Frauen, die sich an der Kampagne beteiligten und sich somit für die Sensibilisierung der Brustgesundheit einsetzen.

 

Die beiden bezaubernden Frauen, setzen sich mit ihrem ganzem Herzblut für so viele von uns Frauen ein. Für mich wurden sie zwischenzeitlich zu beeindruckenden Freundinnen. Ich kann nur Danke sagen für alles, was die Beiden auf die Beine gestellt haben, für ihre Organisation und Kümmern. Für ihr Verstehen, ihr Engagement, ihre Freundschaft und Leidenschaft...

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Vjosa - Wenn Mama an Krebs erkrankt

Ich wurde gefragt, ob ich einen Gastartikel in einem Blog schreiben möchte, in dem es darum geht, meine Gedanken und Gefühle als Angehörige zu teilen. Der Blog handelt von einer Frau, die die Diagnose Brustkrebs erhalten hatte. „Aber ich bin doch gesund?“, dachte ich mir. Welche Rolle sollten denn meine Gedanken und Gefühle hier spielen? Wieso sollten sie Platz in ihrem Blog über ihre Krankheit finden? Schließlich geht es doch nicht um mich...

 

Ich erwischte mich, wie ich feststelle, dass ich diesen Gedanken schon einmal hatte. Es geht nicht um mich. Dafür ist jetzt keine Zeit. Du musst stark sein. Diese Gedanken schossen mir am 26. Juli 2018 um 6.00 Uhr morgens durch den Kopf.

 

Mama lag im Krankenhaus wegen ihrer Rückenschmerzen. Diese Rückenschmerzen zogen sich über Monate hinweg. Röntgen, MRT; alles OK, hieß es jedes Mal. Doch ein Gefühl der Erleichterung verspürte ich nie, denn mein Bauchgefühl sagte mir etwas anderes. Meine Schwester und ich waren im Urlaub, als wir mit unserem Vater telefonierten. Er teilte uns mit, Mama sei zur Abklärung im Krankenhaus. Er hatte den Satz nicht einmal beendet, da packten wir zusammen und fuhren direkt los.

 

Frühmorgens standen wir vor der Haustür. Der Himmel war blau und die Sonne schien. Doch ich hatte das Gefühl, dass eine riesige dunkle Wolke über uns schwebte. Du bildest dir das alles nur ein, du bist übermüdet, redete ich mir in der Hoffnung ein, ich würde mir selbst glauben können. Meine Schwester schien dasselbe zu denken, denn keine von uns beiden war in der Lage zu klingeln. Im selben Moment öffnete unser Vater die Tür. Ich ignorierte seine Augenringe und ging ins Wohnzimmer. Ich wollte nicht fragen, denn ich wusste, wenn er es laut aussprechen würde, kann nichts mehr rückgängig gemacht werden. Er meinte, wenn wir soweit seien, sollen wir ins Krankenhaus kommen, er würde sich jetzt auf den Weg machen.

Ich sagte ihm, dass ich erst Schlafen müsse, denn schließlich waren wir doch die ganze Nacht unterwegs gewesen und wieso er denn so früh los müsse? Ich bereute die Frage bereits in dem Moment, als ich sie gestellt hatte, denn ich wusste, dass ich die Antwort nicht hören wollte. Er sagte, Mama würde um 8.00 Uhr operiert werden. „OP?“, dachte ich mir. Ehe ich den Gedanken beendet hatte, hörte ich meine Schwester fragen: „Papa sprich, was ist los?“

Da stand er. Mein Papa. 1.90m groß. Und plötzlich wirkte er so klein und verwundbar. Seine Augen füllten sich mit Tränen und alles was er sagte war: „Mädels, wenn ihr soweit seid, kommt nach. Mama ist krank. Schwer krank."

„Krank? Schwer krank?", dachte ich und wieder, ehe ich den Satz zu Ende denken konnte, hörte ich meine Schwester sagen: „Papa sprich, was ist los?“, und wieder betete ich, dass sie das nicht gefragt hätte. „Glaube mir, wir wollen es nicht wissen!“, dachte ich.

 

„Krebs. Die Ärzte sagen Krebs! Brust, Rücken, überall!!!“

 

Ich arbeite seit 6 Jahren auf einer gynäkologischen Station mit onkologischem Schwerpunkt. Einer Sache konnte ich folgen: Brustkrebs, der in die Wirbelsäule gestreut hatte. Nicht heilbar. Diese Schlussfolgerung erschien mir aus medizinischer Sicht logisch, dass konnte mein Gehirn verarbeiten. Alles andere jedoch nicht.

 

Meine Schwester fing an zu weinen und ich ging kommentarlos zur Tür. Ich lief raus. Mein Gang wurde immer schneller. Ich musste an die frische Luft, denn ich hatte das Gefühl, dass der Kloß in meinem Hals mir die Luft zum Atmen nehmen würde. Mein Gang wurde immer schneller, so wie meine Atmung. Aus der Schnappatmung wurde ein Schluchzen und dann ein Schreien. Ich wurde von meinem eigenen Schrei in die Realität zurückgeholt und wusste, dass alles ist kein schlechter Traum. Das hier geschieht wirklich und ich fand mich vor einem Baum wieder.

 

In meiner mündlichen Abschlussprüfung zur Krankenschwester wurde ich nach den vier Sterbephasen abgefragt, die sich auch auf Lebenskrisen übertragen lassen.

 

Phase 1: Nicht wahrhaben wollen

 

„Die Befunde wurden verwechselt. Das ist alles nur ein Missverständnis, schließlich waren alle Bildaufnahmen zuvor unauffällig!“, hörte ich mich denken. Ich wollte mir selbst glauben, doch ich wusste, das Einzige, dass verkehrt läuft, ist gerade mein Leben. Ich hatte in diesem Teil der mündlichen Prüfung, als es ironischerweise in dem damaligen Fallbeispiel um eine Brustkrebspatientin ging, eine eins erhalten. Doch wie ich diese Prüfung, die mir gerade das Leben stellte, bestehen sollte, wusste ich nicht. Ich weiß nicht, wie lange ich an diesem Ort war und weinte. Ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Meine Welt stand still. Mein nächster Gedanke war, dafür ist jetzt keine Zeit. Du kannst jetzt nicht weinen, du musst für Mama da sein. Sie braucht dich jetzt. Es geht hier nicht um dich.

 

Ich ging zurück. Mein Bruder nahm mich in den Arm. Mein kleiner Bruder. Mittlerweile ist er 25 und wie mein Vater 1.90m groß. Doch in diesem Moment, sah ich in ihm nur den kleinen Jungen, dem ich auf dem Schulweg den Schulranzen trug, weil er damals größer schien als er selbst. So wie ich ihm damals den schweren Schulranzen abgenommen hatte, wollte ich ihm heute diese Last von den Schultern nehmen. Doch ich wusste nicht wie. Ich wollte ihn vor all dem beschützen, schließlich bin ich doch seine große Schwester...

 

Wir fuhren ins Krankenhaus und als Mama in den OP gebracht wurde, begleitete ich sie bis zur Schleuse.

 

Seitdem ist nun fast ein Jahr vergangen. Die ersten Wochen erhielt ich viel Zuspruch und Unterstützungsangebote von meinem Umfeld, wie: „Ich bin für dich da!“ oder „Lass mich wissen, wenn du etwas brauchst.“. Das ebbte relativ schnell ab. Als Gesunder musst du weiter funktionieren. Der Alltag und die Welt drehen sich weiter; nur dass meine Welt immer noch still stand und heute noch ziemlich oft still steht, verstehen viele nicht.

 

Meine Mama sagt immer: „Wenn du dich satt ins Bett legst, kannst du den knurrenden Magen des anderen nicht hören.“

 

Ich glaube, so geht es meinen Mitmenschen. Sie können sich vorstellen wie schlimm es ist, doch nachvollziehen können es nur diejenigen, die es selbst am eigenen Leib erfahren haben.

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Danke für unser Heldenauto

Ihr lieben Unterstützer und Spender - wir sagen euch allen miteinander von ganzem DANKE für das Ermöglichen unseres Heldenautos!

 

Am Freitagmorgen, den 21. Juni 2019, war es endlich soweit und wir konnten unser neues Auto im Autohaus Ehrlich in Aschaffenburg abholen. Herr Lothar Reichert vom Verein Aschaffenburger Kinderträume e.V. überreichte uns zusammen mit Herrn Rautenberg vom Autohaus Ehrlich, stellvertretend für alle Spender, unser wunderschönes neues Auto!

 

Für mich gab es sogar Blumen und um Justins Bedenken auszuräumen, ob ich das neue Auto denn auch wirklich fahren kann, gab es noch dazu eine ausgiebige Einweisung in die viele Technik, die mir doch sehr unvertraut ist (ich befürchte, die Hälfte hab ich schon wieder vergessen).

 

Wir beide können jedem Einzelnen von euch einfach nur von ganzem Herzen DANKE sagen. Wir sind unfassbar berührt und überwältigt über eure Großzügigkeit und rasche Unterstützung und hoffen sehr, dass wir so manchen von euch, auch persönlich DANKE werde sagen dürfen!!!!!!! Danke, an den Rotary Club Aschaffenburg-Schönbusch und Pfarrer Schemann von der Christuskirche in Aschaffenburg! Danke, an die Steenpaß-Lösch-Stiftung! Danke, an meine Hospizfreunde und eine tolle Frau, deren Mann als Held den Himmel rockt...

 

DANKE an euch ALLE!!!

 

Euer Justin und Mama Nicole 

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Detlev

Wenn du realisierst, das du wegen einer absoluten Nichtigkeit deinen Hausarzt anrufst und ihn um ein Gespräch bittest, so von Mann zu Mann, er zu dir sagt: "Komm vorbei, ich habe Zeit für dich."

 

Du dich in dein Auto setzt, dahin fährst, um im eigentlichen Sinne nur ein Gespräch mit ihm suchst und um etwas zu untersuchen, was man selbst entdeckt oder gefühlt hat, sich aber nicht mehr sicher ist, ob das vielleicht doch mehr sein könnte, man hört ja soviel Negatives, das man eigentlich schon Panik bekommt, wenn man nur darüber nachdenkt, dann die Untersuchung und die Antwort: "Nein, darum musst du dir keine Gedanken machen!" und dieser eine Moment, wo dir im wahrsten Sinne des Wortes, ein Stein vom Herzen fällt.

 

Allerdings kommt das ABER von deinem Hausarzt: "Dieser Knoten da, den sollten wir lieber mal untersuchen lassen!" und du nur dieses verhasste Wort Knoten...Knoten...Knoten hörst und es dir in diesem Moment eiskalt den Rücken runter läuft, dir die Panik ins Gesicht geschrieben steht, da läuft dein Leben in Millisekunden an dir vorbei, du stehst unter Schock, willst das Wort Knoten gar nicht hören, der Doc aber schon die Überweisung zum Radiologen schreibt, du aber da stehst und eigentlich nur drüber nachgrübelst:

 

Moment mal, was sagte er vorher, darüber muss ich mir keine Gedanken machen,

was tut er mir da gerade an? Knoten? Wieso plötzlich Knoten?

 

Dann ein paar Tage später bist du zur Untersuchung in der Radiologie, du hast schon so oft davon gelesen, gehört, die Panik steigt ins unermessliche, bitte nicht ich, bitte nicht das. Nicht das was ich vermute, da kommt einem das wie ein Alptraum vor, du grübelst, obwohl du noch keine Untersuchung hattest, sitzt im Warteraum, schaust dir die Menschen die da sitzen genau an, plötzlich dein Aufruf, bitte in die Mammografie, du stehst auf, wie ferngesteuert, bringst die Untersuchung hinter dich, bekommst als Geschenk eine CD mit, legst sie zuhause in den PC und schaust dir Bilder an, siehst Veränderungen, aber denkst, du kennst dich sowieso nicht aus, aber siehst trotz allem, dass das rechte Bild anders aussieht als das linke, Panik ergreift dich in diesem Augenblick und lässt dich nicht mehr los.

 

Dann der Termin beim Radiologen, du sitzt da, ahnst das sich dein Leben verändert, der Doc schaut dich an, sagt: "Leider mussten wir feststellen, dass Sie einen Tumor haben, der bösartig aussieht!"

 

Naja denkst du, solange er nur so aussieht, ist doch alles okay und Tumor hört sich nicht so abartig an wie Knoten, du denkst, die holen das Teil da raus und alles ist wieder gut, *DU DENKST FALSCH*, da kommt sie schon, die Ansage vom Radiologen, wir wollen Krebs ausschliessen, ich überweise sie zum Spezialisten, nur einen Flur weiter, der Doc wartet schon auf sie. Tja, da saß ich nun vor dem  Spezialisten: "Wir müssen eine Biopsie machen um sicher zu gehen, das sie keinen Krebs haben!"

 

Da lag ich nun, mit drei Stanzen aus dem Brustbereich und eine Woche später kam ich fast gelassen in die Praxis, machte meine Späße mit den Angestellten, lachte ausgelassen, war wahrscheinlich meine eigene Selbstschutzanlage, die Ärzte DIE Ärzte kamen rein, dann die ernüchternde bittere Wahrheit, die, die einem den Boden unter den Füßen mit einem Schlag wegzieht, du das Gefühl hast, dein Leben ist vorbei.

 

Die Diagnose: "Sie haben einen aggressiven Brustkrebs,

bösartig, mit Streuung in die Lymphknoten, wir müssen baldmöglichst operieren."

 

Ab diesem Moment hast du das Gefühl in einer rasend schnellen Achterbahn zu sitzen und wartest nur darauf, dass deine Gondel bei voller Geschwindigkeit aus der Schiene springt! Die Vorbereitungen beginnen, du hast keine Chance darüber groß nachzudenken, was da grade mit dir geschieht, vom einen zum nächsten Doc, von einer Untersuchung zur nächsten, keine große Verschnaufpause, aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht an den Rechner setzen würde, also begann ich vier Tage vor der Operation mich schlau zu machen, Internetrecherche, Thema Brustkrebs, Bilder von Männern mit dieser verfluchten Krankheit, was kann man tun, wie wird man damit fertig, wie geht es einem mit so ner Diagnose, wie geht es weiter, ja das war meine Art damit fertig zu werden, am Anfang, Offenheit meinen Freunden gegenüber, mich nicht verstecken, wenn es jeder weiß, hat auch keiner mehr die Gelegenheit, hinter meinem Rücken zu reden, das war der Plan, er funktioniert.

 

Aber ich kann euch sagen, es rentiert sich zu kämpfen und durchzuhalten, auch wenn es bei dem ein oder anderen hart wird, aber:

 

DAS LEBEN IST SCHÖN - geniessen wir es!

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Anna

Wie alles anfing

 

Im Februar 2017 habe ich in meiner linken Brust etwas gespürt. Es fühlte sich wie eine kleine Erbse an. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, da es aber nicht wegging, bin ich sicherheitshalber zum Frauenarzt gegangen. Der machte einen Ultraschall und schickte mich zur Mammographie. Bei der Mammographie konnten sie nicht genau sagen, was es ist, aber es fiel das erste Mal das Wort „Krebs“ als eine Option.

 

Diagnose Brustkrebs

 

Im April 2017 dann die Diagnose Brustkrebs. Ein riesen Schock für meine Freunde und mich. Gerade erst 30 geworden, immer viel Sport gemacht, gesund ernährt, nie geraucht, kaum Alkohol getrunken und dann auf einmal Krebs??? Es war wie ein schlechter Traum...

 

Die Therapie

 

Es folgten 2 Operationen, 8 hochdosierte Chemos und 28 Bestrahlungen. Es waren nicht immer leichte Zeiten, aber ich habe mir mein Leben - trotz Brustkrebs - nicht nehmen lassen. Ich habe Sport gemacht, bin während der Chemos reisen gewesen und habe viele schöne Momente mit meinen Freunden verbracht. Auch wenn es schwere Zeiten gab und sie für mich zur Notfallapotheke oder wir während einer Reise einen Abstecher ins Krankenhaus machen mussten, muss ich sagen, dass ich die Zeit in guter Erinnerung habe. Sie hat mir gezeigt, dass ich den weltbesten Freund und Freunde habe und was es bedeutet, bedingungslos geliebt zu werden.

 

Wieder krebsfrei

 

Ende 2017 war es geschafft und wir haben im Januar 2018 eine „Danke-Krebsfrei“-Party gemacht und auf das neue Leben angestoßen!!! Nach der Reha fing ich per Wiedereingliederung an zu arbeiten und mein Leben zu genießen. Ich dachte zu dem Zeitpunkt, dass Schlimmste wäre ja überstanden.

 

Unerklärliche Schmerzen in der Schulter

 

Doch im April 2018 bekam ich Schulterschmerzen, die einfach nicht weggingen. Die Ärzte meinten, es wäre nur eine Verspannung, also bekam ich Physio. Aber das half nicht. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Trotz mehrmaligen Arztbesuchen hieß es immer wieder nur „Sie sind total verspannt“. Wir sind dann in Urlaub nach Kanada geflogen. Den Urlaub hatten wir uns nach der schweren Zeit verdient. Trotz der starken Schmerzen in der Schulter habe ich den langersehnten Urlaub genossen und alles mitgemacht. Doch die Schmerzen nahmen zu und irgendwann war der rechte Arm taub. Das hat mir Angst gemacht und wir sind noch in Kanada zum Arzt gegangen. Dieser Arzt war der Erste, der meinte, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte zuhause ein CT machen sollte - nur für alle Fälle!

 

Zuhause angekommen, habe ich direkt einen Termin beim Arzt vereinbart. Doch dazu kam es nicht, da ich am nächsten Morgen beim Duschen einen Knacks im Rücken spürte und dabei so starke Schmerzen hatte, dass mein Freund den Notarzt rief. Ich bin dann mit einem tauben Arm und sehr, sehr starken Schmerzen im Hüftbereich ins Krankenhaus eingeliefert worden.

 

Der Krebs war zurück…nur schlimmer

 

Leider hatte ich dieses Mal nicht das Glück empathische Ärzte zu haben. Es folgten Tage des Auf und Abs. Von „Sie haben einen Gehirntumor“ zu „Sie haben nur einen Bruch im Halswirbel“ hin zu „Sie haben Metastasen“. Im Hüftbereich wäre angeblich gar nichts usw. Es ist zu viel um es hier detailliert zu schreiben. Jeden Tag gab es eine andere Info und wir wussten nicht mehr, was wir noch glauben sollten. Es waren die schlimmsten Tage und viele Tränen sind geflossen. Ich fühlte, dass etwas nicht stimmt und zwar am Hals UND an der Hüfte. Aber die Ärzte haben nicht auf mich gehört. Nach vielen Diskussionen und Untersuchungen dann die Schocknachricht: „Sie haben Knochenmetastasen und 3 Brüche in der Wirbelsäule“.

 

Bleibt die Taubheit im Arm für immer?

 

Es folgten zwei schwere Operationen an der Wirbelsäule, in denen die Knochen mit Titanplatten und Schrauben fixiert wurden. Die OPs verliefen soweit ganz gut. „Es wird mehrere Monate dauern, bis Sie Ihren Arm vielleicht zurück haben.“, hieß es. Eine Garantie konnte mir keiner geben. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht unterkriegen lasse. Ich habe jeden Tag mehrere Stunden meine rechte Hand trainiert. Bis ich dann - nach 2 Wochen - auf einmal völlig unbewusst mit rechts die Teetasse griff. Ich habe erst paar Sekunden später realisiert, was ich da gemacht habe. Das Gefühl war überwältigend. Ich habe direkt meinen Freunden ein Video geschickt. Danach wurde es ganz schnell immer besser und ich hatte meine rechte Hand zurück. Tschakaaaa!!!! So viel zu viele Monate…

 

Und was ist mit dem Krebs?

 

Auch wenn die OPs an der Wirbelsäule gut verlaufen sind und ich schnell wieder aufstehen und laufen konnte und sogar meinen rechten Arm nach nur 2 Wochen wieder hatte, hatte bis dato kein Arzt sich um die Metastasen gekümmert. Es verging wieder Zeit mit unnötigen Diskussionen. Da im Krankenhaus nichts passierte und ich mich wie eine tickende Zeitbombe fühlte, habe ich mich in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen. Mit der Hoffnung, dass nun endlich was gegen den Krebs vorgenommen wird. Doch leider war dem nicht so.

 

Der Fahrplan gegen den Krebs steht oder doch nicht?

 

Irgendwann kam eine Ärztin zum Gespräch und meinte, dass ich einen anderen Brustkrebs als 2017 hätte und wir Chemo X machen müssen. Im ersten Moment dachte ich „Alles klar, dass schaffe ich. Ich weiß was auf mich zukommt und wie ich mir helfen kann.“. Doch nach 2 Tagen sagte mir mein Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt und dass ich die Chemo nicht machen soll. Mein Freund und ich beschlossen eine Zweitmeinung einzuholen. Wir hatten schon solange gewartet, da kam es auf die paar Tage auch nicht mehr an. Als dieser Arzt die Befunde sah, meinte er: „Da stimmt was nicht. Das kann so nicht sein.“ Er empfahl die Biopsie in einem anderen Pathologie-Labor zu wiederholen, welches auf Brustkrebs spezialisiert ist. Nach 2 Tagen die Rückmeldung: „Es ist eine Fehldiagnose. Sie haben keine neue Brustkrebsvariante, sondern die gleiche wie 2017.“. Ich wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte. Ich dachte nur: „Gut, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört habe. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich die falsche Chemo bekommen hätte.". Mit dem neuen Arzt besprachen wir, dass wir erst die Bestrahlung machen und danach mit der Therapie starten. Die Ärzte der Klinik waren nicht begeistert von der Vorgehensweise und so wurde ich entlassen.

 

Starke Übelkeit – wieder zurück ins Krankenhaus

 

Doch es war zu früh. Nach 2 Tagen mit Übelkeit und Erbrechen, ging es wieder ins Krankenhaus zurück. Wir entschieden in das Krankenhaus zu gehen, wo die Bestrahlung erfolgen sollte. Ich lag dort eine Woche und habe mich nur übergeben, aber keiner der Ärzte konnte mir sagen, was ich habe. Da es mir nach einer Woche halbwegs gut ging und die Ärzte nicht wussten was sie mit mir machen sollten, wurde ich entlassen.

 

Wochen des Quälens

 

Doch ich war noch nicht wieder fit. Es fingen Wochen des Quälens an. Ich habe mich am Tag 8-10 mal übergeben. Konnte noch nicht mal Wasser in mir halten. In einer Woche habe ich 5 Kilo abgenommen. Meine Freunde haben sich immer mehr Sorgen gemacht und so haben die Eltern meiner besten Freundin entschieden, mich bei sich aufzunehmen. So war immer jemand da, konnte auf mich aufpassen und mir was zu essen machen. Anfangs war 1 Eßlöffel voll genug für mich. Ich konnte einfach nicht mehr essen. Es wurde dann endlich etwas besser. Wir dachten, wir sind auf einem guten Weg. Zwischendurch war immer mal wieder ein Notarzt da, der mich mit Flüssigkeit über den Tropf versorgte. Doch an einem Tag wurde es auf einmal immer schlimmer und ich konnte nicht mehr. Mein Herz schlug rasend schnell und ich war völlig kaputt - und das nur vom Liegen. Wir riefen den Notarzt. Als dieser mich und meine Werte sah, rief er sofort den Krankenwagen. Wir haben erstmal überhaupt nicht verstanden was los ist und warum er so eine Panik macht.

 

Intensivstation

 

Im Krankenhaus folgten mehrere Untersuchungen. Es gab den Verdacht auf Nieren- und Leberversagen, sowie Herzstillstand. Wieder ein Schock! Ich hätte einfach in der Nacht sterben können. In der Nähe gab es nur ein Krankenhaus, dieses hatte aber keine onkologische Abteilung. In dem Fall war dies mein Glück, denn die Kardiologen haben herausgefunden, was mit mir nicht stimmt. Die Knochenmetastasen waren so weit fortgeschritten, dass sie die Knochen aufgelöst und sich dadurch das freigesetzte Calcium im Blut verbreitet hat. Zuviel davon im Körper, kann zur Vergiftung und Leber- und Nierenversagen führen. Es wurde versucht, dass Calcium aus meinem Körper auszuwaschen. Ich lag 5 Tage auf der Intensivstation und war extrem schwach. Meine engsten Freunde saßen an meinem Bett, hielten meine Hand und waren für mich da – auch wenn wir nicht gesprochen haben. Irgendwie wusste ich, dass es schlecht um mich steht und die Situation nicht lustig ist, doch ich habe nicht daran gedacht zu sterben. Ich wollte leben und ich habe es geschafft. Das Blut konnte gereinigt werden und mein Körper erholte sich, so dass ich nach 5 Tagen von der Intensiv auf eine normale Station konnte.

 

Der nächste Bruch – Nummer 4

 

Doch es war immer noch nicht vorbei. Ich habe ein sehr gutes Körpergefühl und das hat mir gesagt, dass etwas nicht stimmt und es den 4. Bruch gibt. Leider sollte ich Recht behalten. Der Bruch war so kritisch, dass ich nicht mehr aufstehen und meinen Kopf nur um 30 Grad heben durfte. Alles andere war zu gefährlich und hätte zu einer Querschnittslähmung führen können.

 

Endlich ein Krankenhaus, wo ich mich gut versorgt fühlte

 

Da ich mich nicht bewegen konnte, aber wir dringend mit der Therapie starten mussten, haben mein Onkologe und ich besprochen, dass ich in das Krankenhaus komme, mit dem er zusammenarbeitet. Das neue Krankenhaus war ein Segen. Endlich wurde ich ernst genommen. Nach 3 Monaten mit Diskussionen, konnte nun die Therapie starten. Der erste Schritt gegen den Krebs wurde gemacht. Eeeeeendlich!!!

 

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