Gudrun - Lachend dem Krebs begegnen

Jetzt werde ich sicher Unverständnis ernten. Wie kann man dem Krebs lachend begegnen. Ich bitte um etwas Geduld. Dazu komme ich später.

 

Als Nicole mich gefragt hat, ob ich ihr bzw. euch meine Geschichte erzählen würde, habe ich natürlich sofort zugesagt. Dabei stehe ich erst am Anfang. So lang und ausführlich wird die Geschichte hier noch gar nicht. Die Seite der „Prinzessin uffm Bersch“ hatte ich mir schon lange unter Favoriten abgespeichert und immer wieder gelesen. Beeindruckend der ganze Blog.

 

Meine Diagnose bekam ich am 10.09.2019 um 13.40 Uhr. Dieser Tag, diese Uhrzeit bleibt haften. Da gibt es kein Vertun. Meine Frauenärztin hat mich zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung jedes Jahr zur Mammographie und zum Ultraschall geschickt. Zumal für mich der Begriff Vorsorge so nicht stimmt. Man kann nicht vorsorgen, dass man keinen Krebs bekommt. Früherkennung, dass ist das richtige Wort dafür. Denn so früh wie möglich erkannt, ist Brustkrebs gut zu behandeln. Was noch so ein Schlüsselerlebnis war, nachdem ich das Gespräch in der Praxis hinter mir hatte und ich bis heute nicht weiß, wie ich zu meinem Auto gekommen bin…. Ich habe den Wagen angelassen, das Autoradio ging an und Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, gab ihre Brustkrebserkrankung bekannt.

 

Eigentlich trifft es doch immer nur die anderen. Bis jetzt. Ich kenne einige Frauen, die Brustkrebs hatten und die alles gut überstanden haben. Nun war ich aber dran. Warum? Warum jetzt? Habe ich was falsch gemacht? STOPP! Nicht solche Fragen. Es ist wie es ist und ich kann es jetzt nicht mehr rückgängig machen. Es erkranken ca. 50.000 Frauen im Jahr neu an Brustkrebs. Die Zahlen schwanken im Internet. Das ist jede achte Frau. Da habe ich dann wohl an der falschen Stelle gestanden. 1…2…3…4…5…6…7…ich!

 

Am 5.11.2019 bekam ich meine erste Chemo von 4 EC und 12 Pacli und nun bin ich schon im einstelligen Bereich und es sind nur noch 9. Ein richtig gutes Gefühl, zumal nach der 2. EC eine Kontrolluntersuchung gezeigt hat, dass der eine Tumor schon nicht mehr zu sehen ist. Also ein Zeichen, dass die Chemo wirkt und das ist SUPER. Zum Glück halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen und ich komme einigermaßen gut klar. Hoffentlich bleibt es so.

 

Alle sagen ich habe so eine positive Ausstrahlung. Ich gehe ganz offen mit meiner Krebserkrankung um. Falls jemand unangemeldet bei uns an der Tür klingelt, der muss damit rechnen, dass ich mit kahlem Kopf aufmache. Ich schreibe darüber auf meinem Blog. Wer mag, kann dort außer meinen vielen anderen Beiträgen natürlich auch meinen Weg der Krebserkrankung verfolgen. Auf Instagram habe ich wunderbare Frauen kennengelernt, die auch an Brustkrebs erkrankt sind oder waren. Die mir Mut zusprechen, die ich fragen kann und die auch mich anschreiben und Fragen haben.

 

So, jetzt komme ich wieder zu der Überschrift „Lachend dem Krebs begegnen“.

 

Ich kann mich an ein Telefonat erinnern, bei dem mir gesagt wurde: „Na, du hörst dich ja gut an“. Eigentlich hätte ich das als Kompliment auffassen können, aber irgendwie war da ein anderer Ton drin. Ja, was soll ich denn machen? Wie soll ich denn sein? Was wird von mir erwartet als Frau mit Brustkrebs? Ich werde nicht mit einer Trauermine rumlaufen, werde mir mein Lachen bewahren und positiv denken. Es hat auch schon andere Momente gegeben, aber da bin ich auch wieder rausgekommen.

 

Ich muss dazu sagen, ich bin Lachyoga-Leiterin. Und habe da über viele Jahre meine positive Grundeinstellung ausgebaut und bewahrt. Das war nicht immer so. Nach einem Burnout vor vielen Jahren, war ich 2012 immer noch nicht ganz frei von Angst- und Panikattacken. Da habe ich Lachyoga kennengelernt und war so begeistert, dass ich zwei Monate später gleich die Ausbildung zur Lachyoga-Leiterin gemacht habe. Seitdem gebe ich Workshops und mache mit den Teilnehmer*innen Lachspaziergänge im Wald. Und seitdem habe ich nie wieder eine Angst- und Panikattacke bekommen.

 

In der Broschüre „Lachend dem Krebs begegnen“ geht es darum, wie man mit der Diagnose Krebs doch auch wieder froh werden kann. Natürlich ist Krebs für die Betroffenen ein Schock. Man macht sich Sorgen um sich und seine Familie, alles ist eine Ausnahmesituation, die zu Stresssituationen führen kann.

 

 

Lachen sorgt dafür, dass die Bösartigkeit des Lebens uns nicht ganz und gar überwältigt.

 

(Charlie Chaplin)

 

 

Wir können nicht nur lachen, wenn wir gute Laune haben. Es geht auch anders herum. Wir lachen und bekommen dadurch gute Laune. Denn Lachen führt dazu, dass unser Körper Glückshormone ausschüttet, die Stimmung verbessert sich kurzfristig sofort. Lachen hat viele positive Auswirkungen auf uns und unsere Gesundheit. Und was ganz wichtig ist, man kann dann mit belastenden Situationen besser umgehen. Schon viele Kurkliniken bieten in ihrem Reha-Programm Lachyoga an. Ich hatte viele Teilnehmer*innen in meinen Kursen, die Lachyoga aus der Kur kannten.

Um hier jetzt noch genauer darauf einzugehen, dass würde zu weit führen. Auf meinem Blog 60 plus na und findet man eine Rubrik über Lachyoga.

 

Ich möchte nach meiner Genesung gerne Lachyoga für Krebserkrankte anbieten. Das ist mir durch meine eigene Erkrankung klargeworden und auch durch den Kontakt mit den an Krebs erkrankten Frauen in der onkologischen Praxis.

 

Lachyoga hat mir zu dieser positiven Grundeinstellung verholfen. Manchmal war ich schon über mich selbst erstaunt und fragte mich, warum ich so ticke und ob ich überhaupt begriffen hatte, dass ich Brustkrebs habe. Ja, das habe ich sehr wohl begriffen. Es hat auch schon Tage gegeben, da habe ich geweint und war vollkommen unten. Mein Motto ist: Lebe – Liebe – Lache – und es gibt noch so viele andere schöne Dinge neben der Krebserkrankung und daran halte ich mich und werde meinen Humor nicht verlieren.

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Hoffnung für Frauen mit metastasiertem TNBC

Für Frauen mit einem metastasierten, lokal fortgeschrittenem (somit inoperablem) triple-negativem Brustkrebs, ist seit August 2019 der Wirkstoff Atezolizumab als Krebsimmuntherapie zur Erstlinien-Therapie zugelassen. Dies bedeutet für Frauen mit einer metastasierten TNBC Situation, eine vielversprechende Therapiemöglichkeit, die sich positiv auf ihr Langzeitüberleben auswirken kann.

 

Atezolizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der nicht direkt die Krebszelle angreift, sondern unterstützt das körpereigene Immunsystem. Das Medikament Tecentriq wird in Kombination mit einer Chemotherapie gegeben. Etwa 40 % der in Frage kommenden Frauen mit einem tn-Tumor, profitieren von der Kombinationstherapie. Dazu muss das Biopsiegewebe nicht nur auf den Tumorzellen auf den Checkpoint-Hemmer PD-L1 getestet werden, sondern auch die umliegenden Immunzellen der Tumorzellen.

 

Unser Immunsystem ist neben der Abwehr von Krankheitserregern auch für krankhaft veränderte Zellen zuständig. Diese werden normalerweise von unserem Immunsystem erkannt und beseitigt. Einige Krebszellen verfügen jedoch über die Eigenschaft unsere Abwehrzellen zu deaktivieren. Dadurch werden Krebszellen von unseren Abwehrzellen nicht mehr als Bedrohung erkannt und teilen sich ungestört. Der Wirkstoff Atezolizumab kann die Abwehrzellen wieder reaktivieren und diese können ihre Aufgabe wieder übernehmen.

 

Weitere Informationen zur Krebsimmuntherapie mit Tecentriq als Patientin, findet ihr nach einer Registrierung auf Mein-Immuntherapie-Lotse.

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pCR oder non-pCR – entscheidend bei Brustkrebs

In der Krebsbehandlung verwenden Mediziner den Begriff Komplettremission. Eine Komplettremission bedeutet, dass der Tumor nach einer neoadjuvanten Therapie, nicht mehr als  Tumor nachweisbar ist.

Für die Untersuchung wird das Tumorbett, welches nach der Chemotherapie operativ entfernt wird, pathologisch untersucht. Sind keine Tumorzellen mehr nachweisbar, sprechen Mediziner von einer pathologischen Komplettremission, kurz pCR genannt. Dies bedeutet, die Abwesenheit von Krebszellen wurde mithilfe einer feingeweblichen Untersuchung durch einen Pathologen gesichert. Lassen sich nach der Chemotherapie in der Gewebeprobe noch Reste des Tumors nachweisen, wurde durch die Behandlung keine pCR oder Komplettremission erreicht. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als non-pCR.

Brustkrebspatientinnen, bei denen zum Zeitpunkt der Diagnose feststeht, dass sie eine Chemotherapie benötigen, erhalten meist eine neoadjuvante Therapie. Dies hat den Vorteil, dass der Arzt während der Therapie anhand von bildgebenden Verfahren beurteilen kann, wie weit der Tumor auf die Behandlung anspricht. Bestenfalls bildet sich das Tumorgewebe durch die neoadjuvante Behandlung vollständig zurück und die Patientin erreicht eine pathologische Komplettremission. Diese pCR-Patientinnen haben sehr gute Heilungschancen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass einzelne Tumorzellen (sogenannte Schläferzellen) unbemerkt im Körper zurückbleiben und es zu einer erneuten Krebserkrankung kommen kann.

Verbleiben nach der neoadjuvanten Behandlung noch Tumorreste in der Brust oder den Lymphknoten, werden diese mit der Operation oder durch eine weitere Operation entfernt. Bei diesen non-pCR-Patientinnen besteht ein erhöhtes Rückfallrisiko.

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3. Patientenkongress Mamma Mia! Die Krebsmagazine

+++ Veranstaltungstipp oder: Save the Date +++

 

Am Sonntag, den 02. Februar 2020 findet der 3. Patientenkongress von Mamma Mia! Die Krebsmagazine statt.

Euch erwarten zahlreiche Vorträge von Experten über folgende gynäkologische Krebserkrankungen:

 

* Brustkrebs
* metastasierter Brustkrebs
* Eierstockkrebs
* Gebärmutterkrebs
* Gebärmutterhalskrebs
* Vulvakrebs

 

Holt euch wertvollen Input, stellt Experten eure Fragen und nutzt die Gelegenheit, euch untereinander auszutauschen und ImpulsgeberInnen im persönlichen Gespräch, kennenzulernen.

 

Sehen wir uns? Justin und ich freuen uns auf euch und die Möglichkeit eines Interviews vis-á-vis Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin.

 

Der Patientenkongress wird übrigens durchgeführt in Kooperation mit dem BreastNet Rhein-Main und der German Breast Group.

 

Wann:
Sonntag, 2. Februar 2020, 9.30 bis 17.30 Uhr
Wo:
Kap Europa in Frankfurt am Main

 

Der Patientenkongress ist kostenfrei. Eure Anmeldung wird erbeten unter: anmeldung@mammamia-online.de

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WIR möchten euch DANKE sagen

WIR möchten euch DANKE sagen!

 

In der letzten Tagen kurz vor Weihnachten, haben uns unfassbar viele Karten und auch Päckchen von euch erreicht. Viele waren für Justin gedacht, um ihm eine Freude zu schenken. Einfach so...

 

Ich kann euch einfach nur DANKE sagen, auch im Namen meines Sohnes. Wir haben uns über JEDE Karte und JEDES Päckchen und Mitbringsel gefreut, aber auch RIESIG über einen live-Mitschnitt des Kinderliedes "In der Weihnachtsbäckerei", alleine für Justin gesungen von Alexandra, einer Leserin unseres Blogs, die am Weihnachtssingen des hr3 teilgenommen hatte. Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft mir die Tränen über eure Großzügigkeit und offene Herzen in den Augen gestanden haben im vergangenen Jahr. Und die ersten Tage des Neuen Jahres, berühren auch schon wieder sehr...

 

Das Bild von Justin, wurde von 37 Grad erstellt, auch ein Geschenk, welches mich kurz vor Weihnachten erreichte. Es wurde mit folgendem Text auf Instagram veröffentlicht:

 

"Mein Sohn Justin wurde mit einer schweren Mehrfachbehinderung geboren. Wir beide haben eine sehr innige Beziehung, vielleicht auch deshalb, weil er ohne seinen Vater aufwuchs. Ich habe schon immer versucht, alles für ihn möglich zu machen. Ich gehe auch nicht in Vollzeit arbeiten, damit ich einfach mehr Zeit für ihn und seine Betreuung habe. Finanziell setzt uns das vor eine große Herausforderung und es macht mich traurig, dass wir in so einer Lage stecken. Als die Kosten für die Reparatur unseres Autos dann plötzlich so hoch waren, dass ich sie nicht mehr zahlen konnte, wurde es wirklich schwierig, denn wir sind auf das Auto angewiesen. Dringend notwendig wäre auch eine Therapie, am besten eine Reittherapie für meinen Sohn, die ihm sehr guttun würde. Doch Sparen für die Reparatur und für die Therapie, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird, geht nicht parallel. Ich fasste mir schließlich irgendwann ein Herz und bat einen Verein, der sich für #KinderinNot einsetzt, um einen Zuschuss zur Therapie. So schwer mir diese Bitte auch fiel, weil ich gerne alles allein schaffen würde, so glücklich war ich, als ich erfuhr, dass innerhalb weniger Stunden eine Summe von 6.000 Euro zusammenkam. Für meinen Sohn und mich war das eine unfassbar große Hilfswelle, die mich stellenweise auch überforderte, weil es gar nicht mal so einfach ist, so viel #Unterstützung geschenkt zu bekommen. Ich möchte gerne #danke sagen für so viel #Nächstenliebe, die meinem Sohn und mir zuteil wurde. Uns wurde viel mehr als nur das Geld für den Kauf eines Autos und die Therapie geschenkt: Uns wurde offene Herzlichkeit geschenkt! Das ist meine #Herzenssache2019, die ich nie vergessen werde."

 

Wir feiern es jeden Tag aufs neue im Heldenauto zu sitzen, tanzen und singen in ihm und Robert (unser Navi), lotst Mama, die Nuss, auf direktem Weg und Umwegen sicher an unsere Ziele.

 

So viele persönliche Begegnungen mit euch, so oft, dass wir angesprochen werden, weil man uns selbst an für uns fremden Orten erkennt und uns alles Gute wünscht - manchmal stehe ich ganz demütig vor euch und weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer: DANKE, dass ihr bei uns mitlest und euch von unseren Geschichten und IMPULSEN berühren lasst. Ganz gleich ob hier oder im realen Leben und ihr manches Mal möglich macht, was unlösbar schien...

 

Was bin ich froh, dass ich euch habe und ihr Teil unseres Lebens seid...

 

DANKE!!!

 

Nicole und Justin

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