Was alle Frauen über Brustkrebs wissen sollten – Thema: Brustdichte

PD Dr.med. Verena Kirn
PD Dr.med. Verena Kirn

Als Ärztin für Frauenheilkunde mit der Spezialisierung auf Brusterkrankungen (Senologie) habe ich vor allem mit Brustkrebspatientinnen zu tun. Jede hat ihre ganz eigene Geschichte und zum Glück haben wir in der Medizin in Sachen Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gemacht. Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen ich mich frage, ob wir wirklich genug tun für die Aufklärung, für die Verbreitung von wichtigen Informationen, die im Idealfall schon helfen, bevor eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert wird bzw die dazu beitragen, dass wir Brustkrebs so früh wie möglich diagnostizieren. Und in dem Zusammenhang denke ich immer wieder über das Thema Brustdichte nach…

 

Was verstehen wir unter Brustdichte?

 

Die Beurteilung der Brustdichte erfolgt normalerweise durch eine Mammografie und basiert darauf, dass die weibliche Brust aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe besteht. Je nachdem welchen Anteil die verschiedenen Gewebearten haben, unterscheidet man verschiedene Dichte-Kategorien. Das „American College of Radiology“ (ACR) hat diese Einteilung erstellt, an der wir uns üblicherweise auch in Deutschland orientieren. Daher liest man in Mammografiebefunden bei der Beurteilung die Abkürzung „ACR“ oder „ACR analog“. Es werden 4 Kategorien unterschieden:

 

Kategorie1  

Die Brust besteht überwiegend aus Fettgewebe. Die Brustdichte ist niedrig.

Kategorie 2

Die Brust enthält einen großen Anteil Fettgewebe und vereinzelte Bereiche mit dichtem Drüsen- und Bindegewebe. Die Brustdichte ist moderat.

Kategorie 3

Die Brust enthält mehr Drüsen- und Bindegewebe als Fettgewebe. Die Brustdichte ist hoch.

Kategorie 4

Die Brust besteht fast vollständig aus Drüsen- und Bindegewebe. Die Brustdichte ist sehr hoch.

 

Welche Brustdichte eine Frau hat ist in erster Linie Veranlagung und ist zusätzlich altersabhängig. Üblicherweise nimmt die Brustdichte nach der Menopause ab. So haben etwa 45% der Frauen über 40 Jahre eine Brustdichte der Kategorie 3 oder 4 und nach den Wechseljahren etwa 30%.

 

Was ist das Problem an dichtem Brustgewebe?

 

Ein dichtes Brustgewebe ist zunächst mal nicht per se ein Problem. Im Bezug auf Brustkrebs gibt es aber zwei ganz wichtige Aspekte:

 

Frauen mit dichtem Brustgewebe haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken und in der Mammografie wird Brustkrebs bei dichtem Brustgewebe schlechter gesehen, so dass die Früherkennung erschwert ist. Die Risikoerhöhung für Frauen mit dichter Brust schwankt je nach Studie sehr stark und liegt zwischen 1,5fach und 4fach. Unbestritten ist jedoch, dass eine Risikoerhöhung vorliegt.

Im Bezug auf die Aussagekraft der Mammografie ist die Sensitivität ausschlaggebend. Sie gibt an, bei wie vielen Frauen mit Brustkrebs dieser auch in der Mammografie diagnostiziert wird. Für die verschiedenen Dichte-Kategorien ergeben sich nach einer Auswertung aus dem Mammografie-Screening etwa folgende Sensitivitäten:

 

Kategorie 1

88,9%

Kategorie 2

83,7%

Kategorie 3

79,8%

Kategorie 4

46,2%

 

Das bedeutet, dass bei einer sehr dichten Brust nur jedes zweite Mammakarzinom in der Mammografie gesehen wird.

 

Warum ist es für jede Frau sinnvoll zu wissen, wie dicht ihr Brustgewebe ist?

 

Wenn eine Frau weiß, dass sie dichtes Brustgewebe hat, kann sie dieses Wissen nutzen, um gezielt andere Möglichkeiten der Früherkennung zu nutzen. Eine (alleinige) Mammografie reicht dann eventuell nicht zur Früherkennung aus. Im Mammografie-Screening wird den Teilnehmerinnen seit einiger Zeit die Brustdichte mitgeteilt, damit sie wissen, wie verlässlich das Untersuchungsergebnis ist. Ein zusätzlich durchgeführter Ultraschall kann die Erkennung von Brustkrebs bei dichtem Gewebe deutlich verbessern. Derzeit wird in Studien untersucht, ob der Ultraschall oder die so genannte Tomosynthese (Schichtaufnahmen der Brust) auch im Screening für Frauen mit dichter Brust eingesetzt werden können. Ich hoffe sehr, dass hier hilfreiche Erkenntnisse für die Früherkennung gewonnen werden.

 

PD Dr.med. Verena Kirn

Leiterin Brustzentrum

 

Heilig-Geist Krankenhaus

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln

Graseggerstraße 105

50737 Köln

 

Tel 0221 7491 - 8289

Fax 0221 7491 - 8052  

 

Die Frauenklinik Köln Brustzentrum

 

Quellen:

  • Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zum Thema - Mehr Wissen "Brustdichte" vom 03.01.2017

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Risikofaktoren für Brustkrebs, Brustdichte.

  • Gießelmann K, Lenzen-Schulte M.Brustkrebsfrüherkennung: Über die Dichte spricht man nicht. Dtsch Arztebl 2018; 115(27-28): A-1332 / B-1126 / C-1118

  • Chiu SY, Duffy S, Ven Am, et al.: Effect of baseline breast density on breast cancer incidence, stage, mortality and screening parameters: 25-year follow-up of a Swedish mammographic screening. Cancer Epide-miol Biomarkers Rev 2010; 19: 1219–28.

  • Soguel L, Durocher F, Tchernof A, et al. Adiposity, breast density, and breast cancer risk: epidemiological and biological considerations. Eur J Cancer Prev 2017 Nov;26(6):511-520. doi: 10.1097/CEJ.0000000000000310

  • Weigel S, Heidrich J, Heidinger O, et al. Digitales Mammografie-Screening: Parenchymdichte und Programm-Sensitivität. Rofo 2016; 188 - WISS305_4, DOI: 10.1055/s-0036-1581624

mehr lesen 0 Kommentare

Erdmute

Ein Gastartikel. Dann soll es also so sein, dass ich meine Dämonen namens Panik und Angst wieder treffe...

 

Ich war bis zu meiner Diagnose sehr naiv, oberflächlich, unvorsichtig. Abtasten der Brust fand nicht statt, die Einladungen zum Mammographie-Screening landeten immer im Papierkorb, eine Frauenärztin hatte ich nur von Zeit zu Zeit.

 

Wozu auch: In meiner Familie gab es keine Krebserkrankungen und ich war sowieso unverwundbar. Bis zum Juni 2015.

 

Ich bin noch immer erstaunt über meinen Körper, den Schutzengel oder was auch immer, das mich beim abendlichen Waschen genau zu dem Knoten in meiner Brust führte und sofort signalisierte:

 

"Das ist etwas schlimmes!"

 

Es war Freitag. Erst am Montag konnte ich zu einer Ärztin gehen, die mich nicht kannte (s.o.) und trotzdem sorgfältig untersuchte. Das ganze Programm eben...

 

Irgendwie hat mich das Ganze nicht so erreicht. Wahrscheinlich stand ich unter Schock. Die OP fand 4 Wochen später statt, die Ärztin meinte, das ginge und ich wollte doch meine Klasse zur Schülerfahrt begleiten. Außerdem war der Tumor klein, Operation und Bestrahlung würden ausreichen, hieß es. Dann folgte eine 2. OP - die Lymphknoten waren befallen und mussten entfernt werden. Und so folgte doch das ganze Programm: Chemotherapie und Bestrahlung bis Mai 2016.

 

Meine Tochter hat alles mit mir durchgestanden, sie war mein größter Halt und es macht ihr Leben bis heute nicht leichter: Sie kennt meine Dämonen. Auch für mich hat sich einiges geändert. Ich habe gelernt, die Folgeschäden Neuropathie, Lymphödem, Gliederschmerzen als unwichtig zu betrachten neben dem, was ich gewonnen habe. Und ich bin achtsam, ich gehe gut mit mir um!

 

Genau deshalb habe ich den Anfang meiner Geschichte so ausführlich beschrieben:

 

"Es ist so wichtig, dass ihr gut zu euch seid, auf euch und euren Körper achtet..."

mehr lesen 0 Kommentare

WE CARE Initiative

Wir sind Sarah und Nadine,

 

die Gründerinnen der WE CARE Initiative. Nach den Brustkrebserkrankungen unserer beiden Mamas haben wir festgestellt, dass es für Erkrankte selbst viele tolle und hilfreiche Anlaufstellen und Unterstützungsangebote gibt, für die Angehörigen bisher eher weniger dezidierte Adressen. Deshalb haben wir die WE CARE Initiative ins Leben gerufen, mit dem Ziel, diese Lücke zu schließen und Angehörige von Brustkrebspatientinnen über eine virtuelle Support Plattform zu unterstützen und zu stärken. Mit unserer WE CARE Mission verfolgen wir verschiedene Ziele:

 

Educate yourself - Empowerment durch Education: Solides Wissen rund um das Thema Brustkrebs ist für Angehörige einer an Brustkrebs erkrankten Person ein wichtiges Tool für Empowerment. Wenn Angehörige Erkrankte z.B. zu Arztgesprächen begleiten, können sie Informationen besser einordnen und gezieltere Fragen stellen. Das gibt ihnen das Gefühl, gut informiert zu sein, alle Optionen zu kennen, und am Ende auch mehr Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit als Angehörige. Kurzum: Empowerment. Oft lassen sich auch manche Ängste durch Wissen reduzieren. Vielleicht macht man sich Sorgen über eine bestimmte Frage, über bestimmte Zusammenhänge, die sich durch neue Informationen relativieren lassen. Educate yourself kann dabei helfen, Gedanken zu strukturieren und Angehörige emotional zu entlasten.

 

Take care of yourself: Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass sich weltweit 30 bis 50 Prozent aller Krebserkrankungen durch Prävention vermeiden ließen. Als Angehörige ist man für Vorbeugung und Vorsorge besonders sensibilisiert und fragt sich deshalb, wie man selbst bestmöglich auf Körper, Geist und Seele achten kann. Wir wollen Angehörige deshalb mit den wichtigsten und neuesten Erkenntnissen aus den Bereichen Vorsorge, Ernährung, Nahrungsergänzung, Sport, etc. versorgen und außerdem einen Fokus darauf legen, was für weibliche Angehörige gut und wichtig zu wissen ist.

 

Love yourself: Wenn Angehörige geliebte Menschen während einer Brustkrebserkrankung begleiten, dürfen sie nicht ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse vergessen. Es ist wichtig, dass man sich mit Themen beschäftigt, die einem gut tun und zu wissen: Wie kann ich meine persönlichen Kraftreserven wieder auftanken? Welche Tools gibt es, um Anspannung einfacher loszulassen, meine Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten und die Verbindung zu mir selbst zu stärken? Von Videos zu Akupressurpunkten bis zum Teilen unserer Lieblingsplaylists - wir wollen Angehörige mit so viel Self-Care-Tipps wie möglich versorgen.

 

Aber unsere Motivation ist noch viel größer: mit der WE CARE Initiative möchten wir die Aufmerksamkeit für Brustgesundheit steigern. Im englischsprachigen Raum ist diese Perspektive auf „Breast Health“ schon deutlich weiter verbreitet - ein Indikator dafür sind die zahlreichen Breast Health influencer auf z.B. Instagram. Wir sprechen im deutschsprachigen Raum meistens erst über dieses Thema, wenn bereits eine Erkrankung diagnostiziert wurde. Außerdem beschäftigen wir uns zu wenig mit der Rolle von Angehörigen, die sich um Krebserkrankte während der Therapie kümmern und gleichzeitig Job, Privatleben, etc. koordinieren. Wie können wir hier als Gesellschaft, als Freundin, als Familie, als Arbeitgeber oder im Kollegenkreis gut bzw. besser als bisher unterstützen?

 

Alle diese Themen haben uns persönlich in unserer Rolle als Töchter von an Brustkrebs erkrankten Mamas enorm beschäftigt. Wichtig ist uns, dass wir unsere „Zielgruppe“ nicht nur in der Mutter-Tochter-Konstellation sehen - unsere Supports richten sich an alle Angehörigen aus dem Familien- oder Freundeskreis. Bei unseren verschiedenen Formaten werden wir durch den großartigen Einsatz unserer WE CARE Experts unterstützt, die z.B. ihr medizinisches Hintergrundwissen mit der WE CARE Community teilen.

 

Die gemeinsame Erfahrung, die wir während der Brustkrebserkrankungen und -therapien unserer Mamas gemacht haben, verbinden uns wie ein unsichtbares Band. Nur zu gut können wir (leider) verstehen, wie man sich als Angehörige/r fühlt, mit welchen Gedanken und Ängsten man sich unweigerlich in dieser Situation beschäftigt. Gerade aufgrund unserer persönlichen, tiefen Verbindung mag eine virtuelle Support Plattform zunächst vielleicht unpersönlich und oberflächlich erscheinen. Wir glauben jedoch fest daran, dass auch ein virtuelles Medium von Angehörigen für Angehörige das Gefühl vermitteln kann, einfach nur verstanden zu werden und nicht allein zu sein.

 

Alles Liebe und Gute wünschen Euch

Sarah und Nadine

mehr lesen 0 Kommentare

#Autismchallenge by Tik Tok

Habt ihr schon einmal etwas vom sogenannten "Stimming" bei Autisten gehört? Nein? Bei Justin kann man diese Bewegungsabläufe manches Mal beobachten und vor allem täglich hören. Er braucht gewisse Bewegungsabläufe oder Summ-Geräusche, um sich selbst zu beruhigen, weil das Leben gerade mal wieder ganz besonders spannend ist oder ihm so viel Stress bereitet, dass er nicht weiß, wie er mit Reizüberflutungen zurecht kommen soll und auch, um sich besser zu spüren und im Hier und Jetzt zu verankern. Ihm diese Eigenheiten zu verbieten, hätte für ihn auf Dauer fatale gesundheitliche Folgen, noch dazu, wo er sie mittel- und langfristig nicht steuern kann.

 

Bei Justin kommt hinzu, dass er als Tetraspastiker ein entsprechendes Gang- und Bewegungsbild hat, welches andere als durchaus irritierend oder manches mal sicher auch als verabscheuungswürdig empfinden. Ja, ich meine das genau so, wie ich das hier geschrieben habe.

 

Ich spüre so manchen Blick und auch ablehnendes Verhalten, wenn ich mit Justin unterwegs bin. Auch manchen Fingerzeig auf ihn, hämisches Gelächter oder verächtliche Bemerkungen, sind mir nur zu gut bekannt. Sie alle sagen nichts über Justin aus - sondern immer über denjenigen, der sich derart über meinen Sohn auslässt.

 

Eine stille Leserin meines Blogs hat mich heute auf die #Autismchallenge auf Tik Tok aufmerksam gemacht, in der sich Nutzer über genau dieses "Stimming" in bizarren Videos lustig machen, indem sie deren Bewegungen nachahmen. Durch das Netz ging eine Welle der Empörung und die Videos sind zum größen Teil in den letzten Tagen aus Tik Tok entfernt worden. Ich muss gestehen - sie berührten mich nicht. Vielleicht habe ich schon zu viel erlebt.

 

Tatsache ist: diese Videos sind einfach nur Verabscheuungswürdig und zutiefst gemein!!! Sie sagen NICHTS über den Menschen aus, der von Autismus oder durch eine Behinderung in der Öffentlichkeit stigmatisiert und behindert wird und mit dieser tagtäglich zu leben hat, ohne das er dem entkommen kann. Diejenigen, die sich in welcher Form auch immer an der Challenge beteiligt haben, stellen einzig und alleine IHRE Dummheit und Intoleranz zur Schau. Ganz gleich ob sie selbst mitgemacht haben oder noch machen, diese teilen und verbreiten und sich über Menschen lustig machen, die nichts dafür können, dass sie sind wie sie sind, einfach, weil sie der Mensch sind, der sie sind. Einzigartig und besonders!

mehr lesen 0 Kommentare

Taij als Unterstützung bei Brustkrebs

Als mein medizinisches Therapiezentrum im Oktober 2016 einen Taiji-Schnupperkurs anbot, habe ich nicht lange gezögert und mich angemeldet: schon immer hatten mich die Menschen fasziniert, die draussen, allein oder in der Gruppe, ihre Formen liefen, ganz ruhig, ästhetisch und in sich ruhend.

 

Ausserdem musste ich dringend etwas gegen den Stress bei der Arbeit tun, der sich wie eine drohende Welle vor mir aufgetürmt hatte und über mich zusammenzuschlagen drohte.

Dass die Welle schon längst über mich zusammengebrochen war, habe ich im Februar 2017 erfahren. Ich war nicht nur gestresst, erschöpft und müde, ich hatte Brustkrebs. Beidseitig.

 

Ich hatte Glück und bin seit der OP im März 2017 gesund (wenn auch noch nicht offiziell geheilt). *Anmerkung: Link zum Gastartikel

 

Der Taiji-Schnupperkurs ist längst passé, aber dem Taiji und meinem Lehrer bin ich treu geblieben. Ein- bis zweimal die Woche trainieren wir zusammen in der Klasse, die aus langjährigen Schülern besteht und mich in ihrer Mitte aufgenommen hat. Und das wortwörtlich: als Anfänger brauchte ich im ersten Jahr immer jemanden im Blickfeld, um die Form, die wir laufen, zumindest zu imitieren, und da man sich dabei in alle Richtungen bewegt, ist der Mittelplatz für einen Anfänger am besten.

 

Taiji ist die älteste Kampfsportart und kommt aus China. Als Kampfsport wird es in Deutschland nicht unterrichtet; hier liegt der Fokus auf den meditativen Bewegungen, die innere und äußere Balance bringen: Eine Studie (Quelle: Journal of Clinical Oncology) belegt, dass Schlafstörungen von Brustkrebspatientinnen durch Taiji gelindert werden. Körper und Geist werde in Einklang gebracht; Taiji wirkt sich positiv auf die Psyche und auf alle vegetativen Funktionen des Körpers aus, hilft beim Stressabbau und kräftigt die Bewegungsabläufe (Quelle: Lifeline/Das Gesundheitsportal).

 

Und es stimmt: auch während der Strahlentherapie bin ich - soweit es mir möglich war - zum Unterricht gegangen, der mich körperlich und geistig belebt hat.

 

Ich muss zugeben, dass ich Taiji anfangs unterschätzt habe: es ist physisch und auch intellektuell anspruchsvoll. Vor allem in meinen Anfängen inmitten der Expertenklasse war ich oft überfordert. Es braucht einen sehr guten Lehrer und Durchhaltevermögen. Und das Durchhalten lohnt sich. Mit jedem Training vertieft sich das Wissen, werden die Abläufe präziser, sinkt man tiefer in sich.

 

Es gibt viele Arten und Formen von Taiji: ich trainiere den Chen-Stil: die 19-er Form, die stehende Säule, die Seidenübungen.

 

Das regelmässige Training hilft mir, den Stress zu bewältigen und zur Ruhe zu kommen; gleichzeitig stärkt es die Konzentration und Achtsamkeit, um sich im Hier und Jetzt zu verankern.

 

Im Spätsommer werde ich erstmals an einem einwöchigen Trainingscamp teilnehmen, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Oder um es mit den Worten des Sifus Adam Mizner zu sagen:

 

Taiji is not something we do. It is something we become.

mehr lesen 0 Kommentare