Scheidentrockenheit und anderes Gedöns...

Mit Beginn einer Chemotherapie, ist Frau von eben auf jetzt in die Wechseljahre versetzt. Mit allen Konsequenzen, die dazu gehören. Eine Chemotherapie, greift dabei gesunde und bösartige Zellen an. Die Auswirkungen auf einen Tumor im besten Fall gewollt verheerend, für gesunde Zellen ein oftmals absoluter Knock-out. Es gibt Frauen, die unter einer Chemotherapie wenig Nebenwirkungen haben, andere dafür umso mehr.
Ich erzähle euch heute von den möglichen Auswirkungen einer Chemo- und Antihormontherapie, auf die Schleimhäute einer Frau und was man unternehmen kann, um diese Nebenwirkungen aufzufangen. Oder zumindest was mir gut geholfen hat und auch weiterhin hilft, meinen Alltag mit Nebenwirkungen unter der AHT, besser zu bestehen.
Augen- Nasentrockenheit:
Entweder tränen und tropfen einem unter einer Chemotherapie Nase und Augen oder sie sind staubtrocken. Die Augen fühlen sich dabei an, als wenn einem heißer Wüstensand in diese geraten ist oder die Nasenschleimhaut beginnt unter der kleinsten körperlichen Anstrengung, zu bluten.
  • Für die Augen besorgte ich mir zum Beispiel Tropfen in der Apotheke, für meine Nase gab es Salbe, beides verschrieben vom Onkologen.
  • Mein Augenarzt wollte mich zu Anfang der Antihormontherapie WENIGSTENS drei Mal im Jahr sehen, da sich die Therapie auf die Sehkraft auswirken und einen Grauen Star auslösen kann, wie zum Beispiel bei mir.

 

Mundhöhle:
Unsere Mundschleimhaut kann auch nachhaltig unter einer Antihormontherapie leiden. Die unter uns, die eine Chemotherapie durchgestanden haben, haben und hatten oftmals noch mit weiteren Nebenwirkungen zu kämpfen. Viele der weiter unten aufgeführten Anwendungen, verbessern eine Mundtrockenheit.
  • Mein Zahnarzt gab mir 2010 den Tipp, möglichst täglich mit einem Sonnenblumenöl aus dem Reformhaus mehrere Minuten das Öl in der Mundhöhle zu "ziehen". Das stärkt die Mundschleimhaut und dient zusätzlich der Entgiftung der Mundhöhle. Ist eine evtl. gewöhnungsbedürftig Methode - hilft jedoch! Falls ihr eine Munddusche zuhause habt und trotz allem immer wieder zu wunden Stellen oder Aphten neigt, könnt ihr in das Wasser einige Tropfen Salviathmol N mit dazu geben. Das lindert Entzündungserscheinungen und stärkt zusätzlich das Zahnfleisch. AUCH HIER GILT - in regelmässigen Abständen einen Besuch bei seinem Zahnarzt wagen. Eine Zahnreingung sollte wenigstens zweimal im Jahr stattfinden. Zumindest empfiehlt mir dies mein Zahnarzt!
  • Nahezu bei jeder Chemotherapie, entwickelten sich bei mir äußerst schmerzhafte Entzündungen im Mundraum. Dagegen verschrieb mir mein Onkologe eine Lösung, die in meinem Fall “Aschaffenburger Lösung” genannt wurde und meist rasche Linderung brachte.

 

Magen-Darm-Trakt:
Unter einer Chemotherapie haben viele betroffene Frauen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und Sodbrennen zu kämpfen. Neben der Chemotherapie bekommen wir dafür jede Menge Begleitmedikamente, um diese so gering als möglich zu halten.
Bei mir stand zum Beispiel Cortison auf dem Medikamentenplan, Fenistil, Pantoprazol-Actavis, Globulis und manch anderes. Das einzige Medikament, welches mir ansatzweise tatsächlich geholfen hatte gegen die fortwährende Übelkeit und Erbrechen anzukommen, war Emend. Dieses Medikament bekam ich aber erst zu meiner dritten Chemotherapie verschrieben. Stellenweise rebellierte mein Darm unter der Chemo derart, dass ich diesen einige Tage nach der vierten Chemotherapie NICHT mehr unter Kontrolle hatte. Ein erbärmlicher und beängstigender Zustand...
Zum Aufbau meines Darms nach Chemotherapie und Bestrahlungen, gab es vom Onkologen keinerlei Empfehlungen oder Beratung für mich. Trotz mehrmaligem Nachfragens!
Unter Umständen kann einem ein sehr guter Heilpraktiker/Osteopath weiterhelfen...
Mein Darm und Magen rebellieren bis heute immer wieder. Ob es jetzt Spätfolgen der Chemotherapie oder Nebenwirkungen der Antihormontherapie sind: Letzten Endes gleich, weil, ich hab sie!
Das äußert sich bei mir zum Beispiel in heftigen Darmkoliken und Magenschmerzen. Bis heute. Organische Ursachen wurden ausgeschlossen (auf Grund positiver Testung auf BRCA2, nehme ich alle 7 Jahre eine Magen-Darm-Spiegelung wahr). Laut meinem Onkologen, hätte mein Magen-Darmtrakt, mir die Chemotherapie bis heute nicht verziehen.
Also mag er gestreichelt werden von mir, mein Magen-Darm-Trakt!
  • Leider bin ich erst nach meiner Chemotherapie auf Equzym MCA gestoßen, entwickelt von Prof. Dr. Beuth, einem Komplementärmediziner. Falls Equzym MCA bei Einnahme bei einigen Frauen Magenkrämpfe verursacht, vertragen sie das enthaltene Ananasenzym nicht und frau kann versuchen, Equzym Novo zu nehmen. Beide begleitende Medikamente können die Wirksamkeit einer Brustkrebstherapie intensivieren und Nebenwirkungen einer Chemo- und Antihormontherapie, lindern. Leider ist dieses unterstützende Medikament keine kassenärztliche Leistung und muss privat gezahlt werden und nicht gerade günstig. Equzym MCA kann nicht nur Probleme mit den Schleimhäuten (in meinem Fall brachte es auch meinem Darm Lninderung) sondern auch Gelenk- und Muskelschmerzen lindern (sind ja alle von Schleimhäuten ummantelt), unter denen die meisten von uns doch sehr leiden. Bei manchen Frauen verschwinden Nebenwirkungen sogar zur Gänze.
  • Um seinen Darm aufzubauen nach Chemotherapie und Co., würde ich euch empfehlen, eure Darmflora mit Hilfe von Bakterien aufzubauen. Welches Präparat am sinnvollsten ist – bitte nach Rücksprache mit dem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker des Vertrauens klären. Mein Apotheker ist zum Glück spezialisiert auf Homöophatie und konnte mir in den letzten Jahren so manches Mal weiterhelfen.
  • Darmbakterien sollten heute nach jeder Antibiotikatherpie (und zur Chemo gab es für mich immer Antibiotikum, ebenso zu den diversen Operationen) begleitend eingenommen werden. Dies gilt nicht nur für Krebspatienten, da Antibiotika, die Darmflora nachhaltig stören kann.
  • Um meine Anti-Hormon-Therapie für meinen Magen verträglicher zu gestalten, der all die Tablettenfutterei so gar nicht mehr mag, hat mir ein morgendliches Haferschleimsüppchen (kann gerne mit frischem Obst gepimpt werden) und eine Teemischung geholfen, die ich bereits während der Chemotherapie getrunken habe, einem Rezept nach der Kräuterkundigen Maria Treben. Der Tee schmeckt sehr aromatisch und wirkt sich äußerst wohltuend aus, auch auf gereizte Mundschleimhäute.

 

Drei Teile Ringelblütentee, jeweils ein Teil Schafgarbe und Brennessel!

 

Haferschleim legt sich wie eine Schutzhaut über die empfindliche Magen- Darmschleimhaut. Ein althergebrachtes Hausmittelchen, welches mir die zusätzliche Einnahme von Pantoprazol erspart.
Kommen wir zur Wüste Gobi, den Schleimhäuten im vaginalen Bereich:
Entzug aller Hormone im vaginalen Bereich, erzeugt eine enorme Trockenheit! Die Haut wird sehr dünn, reißt im Intimbereich sehr schnell ein. Da reicht mir die vaginale Untersuchung meiner Gyn schon völlig aus, dass ich im Anschluss drei Tage wund bin. Die Haut wird extrem empfindlich und auch anfälliger für Infektionen.
  • Auf aggressive Waschmittel im Intimbereich und dergleichen mehr, sollte generell verzichtet werden. Lauwarmes Wasser reicht meist völlig aus. Am besten nur Slips aus Baumwolle tragen. Auch auf Slipeinlagen verzichten, die trocknen zusätzlich aus. Cremes zur Unterstützung mit hormonellen Salben, wird uns meist abgeraten zu benutzen. Aber zum Glück gibt es auch Salben, die auf hormonfreier Basis aufgebaut sind, wie zum Beispiel Deumavan oder ein Biogleitgel von Yes. Man kann auch sanfte und hochwertige Öle verwenden. Sie unterstützen auch gut beim Sex. Vereinzelt wird mittlerweile aber auch zu Zäpfchen mit Hormonen für betroffene Frauen geraten, die dabei helfen können, Sex schmerzfrei zu genießen. In Studien konnte mittlerweile bewiesen werden, dass die zugeführten Hormone im vaginalen Bereich bleiben - also dort, wo sie hingehören sollten. Die aktuellen Leitlinien der AGO folgen dieser Studienlage. Wenn die Zugabe von Zäpfchen empfohlen wurde, dann bitte nur Zäpfchen mit Estriol verschreiben lassen: Handelsname Gynoflor oder Oekolp.
  • Schüssler Salze Nr. 8 wirkt zusätzlich befeuchtend auf das Scheidenmilieu oder Natrium Chloratum. Hilft auch prima bei den oben erwähnten Magen-Darmproblemen. Scheidenzäpfchen können Linderung bringen, wie zum Beispiel GynOphilius (hat mir eine superliebe Hebamme geflüstert). Oder aber Tampons mit Naturjoghurt über nacht in die Vagina einführen und einwirken lassen. Mit einer Einmalspritze (natürlich ohne Nadel!!) lässt sich Joghurt auch gut in die Vagina einbringen.

 

Und bei allem gilt – viel und nochmals viel trinken!!!
Betrachtet das Ganze bitte nicht als vollzählige Hilfsmassnahme, sondern als einen Ansatz, dass Frau mit ihren Nebenwirkungen, vor allem mit denen einer AHT, nicht alleine im Alltag steht und sich durchaus hilfreiches zur Linderung von so manchen Symptomen finden lässt...
Und bitte gebt nicht den Mut auf...

Euer Frollein Wunderfein

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Kommentare: 6
  • #1

    Anna (Donnerstag, 24 Juli 2014 12:32)

    Oh mein Gott!!! Es ist immer wieder schön zu lesen, dass ich nicht die einzige bin, die die Wüste Gobi hat! Selbst Unterwäsche ist manchmal schon zu viel und reizt mein Intimbereich aufs Übelste! Schrecklich! Aber schon, mal wieder neue Tipps zu lesen! Danke für den wundervollen Artikel ♥

  • #2

    Silke (Donnerstag, 24 Juli 2014 15:37)

    Kamistad Gel hilft hervorragend gegen Aphten und Entzündungen im Mund und das Gute, es betäubt die Stelle zusätzlich.

  • #3

    Else (Dienstag, 14 Juli 2015 19:59)

    Wird diese Trockenheit nach der Chemo wieder normal?

  • #4

    Frollein Wunderfein (Mittwoch, 15 Juli 2015 09:44)

    Hallo Else...falls du nach der Chemotherapie keine AntiHormonTherapie durchstehen musst, wird sich die Trockenheit deiner Scheidenflora durchaus wieder geben.
    Wird dir eine AntiHormonTherapie geraten zu machen, ist durchaus mit einer solchen Nebenwirkung zu rechnen. Sollte dem so sein, lässt sich durchaus Linderung finden....
    ToiToiToi und alles Liebe für dich

  • #5

    Christina (Donnerstag, 28 Januar 2016 12:48)

    Meine Wüste Gobi lebt... Trotz Ölen und Gleitgel extreme Schmerzen,.. aber eher beim eindringen...als ob alles enger nach Chemo/Betrahlung geworden ist,...schlimmer als bei 'ner Jungfrau. Nun riet mir eine Ärztin, die ebenfalls an BK erkrankt war zu Zäpfchen Vulniphan & Vagisan Salbe & CImicifuga (Silberkerze) inTabl.form...
    mal sehen, ob es was bringt... :-( :-)

  • #6

    Frollein Wunderfein (Donnerstag, 28 Januar 2016 14:20)

    Hallo meine Liebe! Ja - das Eindringen ist extrem unangenehm. Das ist ein Problemchen, um das ich mich derzeit nicht zu kümmern brauche ;) Aber ich kann es bestens nachempfinden...
    Aufpassen: bei der Traubensilberkerze gehen die Meinungen bezgl. Unbedenklichkeit auseinander!
    VlG und ein dickes ToiToiToi!!!!