Daniela

ich heiße daniela und möchte euch ein bisschen von mir erzählen. am 21. oktober 2015, bekam ich die diagnose brustkrebs. hui!!!  ...echt jetzt!?!? ich war gerade erst 33 geworden und mein leben wie es war, war bis dahin erste sahne!!!

 

aber erstmal ganz von vorne. im mai 2015 hab ich beim duschen (der klassiker), nach einer wundervoll durchtanzten nacht, frühmorgens einen knoten auf ca. 12 uhr, in meiner (recht kleinen) rechten brust ertastet. er war plötzlich da, wie aus dem nichts! ich habe mich nicht anders geduscht als sonst. und tatsächlich war der erste gedanke, extrem beunruhigend.
aber dank dr. google, denn es war wochenende, diagnostizierte ich erstmal ein vermutliches fibroadenom. dadurch war ich etwas entspannter, haben das doch viele frauen. nach 1 woche hatte ich meinen frauenarzttermin. im ultraschall sah der knoten unverdächtig aus und ich konnte getrost am nächsten morgen in den wohlverdienten sommerurlaub fliegen. danach sollte ich zur sicherheit in die radiologie. auch die radiologie diagnostizierte ein 'harmloses' fibroadenom (der klassiker). also machte ich mir keine großen sorgen. denn auch keiner in der familie und der engeren verwandtschaft, hat oder hatte krebs. somit war ja alles unauffällig.


während des sommers aber bemerkte ich, dass der knoten sich veränderte. die kontrolle im september zeigte jetzt ein eher blumenkohlartiges ding... und es hatte sich verdoppelt. von 1.5 cm auf 3 cm. zu allem überfluss konnte man den knoten sogar schon sehen. aber das einzige, was mir die radiologin mit auf dem weg gab: 'also, sie sollten das entfernen oder eine biopsie machen lassen. auf wiedersehen!'


keine 5 min. später, telefonierte ich leicht hysterisch mit meiner frauenarztpraxis. erst eine woche später war ich im nächstgelegenen brustzentrum und wurde nochmal geschallt. um die biopsie musste ich übrigens bitten! diese wurde mir nicht mal empfohlen, denn untersucht wird das gewebe ja sowieso nach entfernung. eine woche später kam ich zur befundbesprechung. 'ich muss ihnen leider mitteilen, dass sie an einem triple negativen mammakarzinom erkrankt sind!'


da saß ich nun, tränenüberströmt... und meine reise begann. ich bekam das volle programm. sentinel-op. neoadjuvante chemotherapie. brusterhaltende op. bestrahlung. bereits eine woche nach der hiobsbotschaft, war meine sentinel-op. es waren noch keine krebszellen in den wächter-lymphknoten zu finden und auch sonst keine metastasen oder weitere herde. puh...


der ärztemarathon begann. aufgeklärt, über die auf mich zukommenden nebenwirkungen, ließ ich mir eine woche vor chemobeginn, meine haare von meiner besten, dabei tränenüberströmten freundin, abrasieren. als kurzhaarträgerin war es für mich nicht der schwerste schritt, und ich hatte mich auch gegen eine perücke entschieden.


am 09.11.2015 war mein erster zyklus von 4x ec. alle 3 wochen bekam ich den roten cocktail. dann hieß es mindestens einmal die woche blutkontrolle. außer einem neutropenischen fieber im ersten zyklus mit krankenhausaufenthalt, waren meine blutwerte in den 12 wochen in ordnung. ab dem 01.02.2016, gab es den ersten zyklus paclitaxel von 12. diesen cocktail bekam ich dann jede woche. mit gut gekühlten händen und füssen, hatte ich keine probleme mit der gefürchteten polyneuropathie. zusätzlich ging ich zur ergotherapie, um die nerven in meinen händen zu stimulieren. das kann ich wirklich empfehlen.


trotz allem, war ich ein glückskind!!! meine nebenwirkungen blieben überschaubar und der tumor sprach gut auf die chemo an. die kontrolle nach den ersten 4x ec, ergaben ein schrumpfen und zerfallen des tumors.

 

vor der chemo blieb mir kaum zeit durchzuatmen und mich zu informieren. das holte ich alles erst während der chemo nach!


ich habe mich auf alles vorbereitet, was kommen könnte. für jede nebenwirkung hatte ich ein mittelchen parat. über meinen krebs informierte ich mich so gut ich konnte und nahm die tage, wie sie kamen. ganz nach dem motto 'augen auf und durch!'. aus eigener erfahrung kann ich mitteilen, dass es sehr wichtig ist, seinen krebs zu kennen. um ihn mit allen möglichkeiten, in die knie zu zwingen. das schließt sowohl die schulmedizin, als auch die komplementärmedizin ein. persönlich glaube ich fest daran, dass der kopf eine große rolle spielt und mein tägliches mantra 'ich bin gesund und krebsfrei!' dazu beigetragen haben, dass ich durch das ganze auf der linken oder auch rechten arschbacke gerutscht bin. und das... hätte ich nie für möglich gehalten!


am 18.04.16 war meine letzte chemo und mein körper erholte sich. einen monat später hatte ich meine brusterhaltende operation. alles verlief einwandfrei. vom 06.07. bis 22.08.16, durchlief ich mit der bestrahlung meinen letzten therapieabschnitt. ich bekam 28 bestrahlungen des gesamten rechten brustbereiches und 5x boost, mit denen nur das tumorgebiet bestrahlt wurden. nach ende der therapie, hatte ich 2 wochen zeit durchzuatmen. zu guter letzt ging es für 3 wochen zur anschlussheilbehandlung. mittlerweile bin ich wieder im arbeitsleben angekommen und der alltag nimmt seinen lauf. allerdings gönne ich mir den luxus und arbeite nur noch 4 tage die woche und das tut mir unglaublich gut!


der krebs, die therapie... das alles ist für mich unglaublich weit weg. es schwebt wie eine blase hinter mir her. nur wenn ich mich nicht gut fühle und die nachsorge ansteht, ist es unfassbar präsent. mein therapieende ist gerademal ein gutes halbes jahr her... das vergesse ich (zum glück) oft! alles in allem bin ich ein bisschen wehleidiger geworden. eigentlich dachte ich, wenn ich eine chemo schaff, dann haut mich nichts mehr um. naja... mittlerweile finde ich sogar blutabnehmen wieder grauenvoll. aber ich glaube, ich darf noch immer ein bisschen wehleidig sein...

das leben ändert sich von einem moment zum anderen. alltägliche dinge rücken in den hintergrund und andere dinge wiederum, in den vordergrund. mein leben wurde durch den krebs nicht schlechter, es wurde besonders. in vielen besonderen momenten, sei es mit meinem partner, der familie, alleine, in der natur, mit anderen menschen, habe ich das gefühl, die zeit bleibt ein bisschen stehen und ich darf diese augenblicke in vollen zügen erleben und leben. ich bin dankbar, dass ich heute 'gesund bin' (ich weiß, das ist relativ!) und versuche mich nicht darum zu sorgen, was morgen kommt (nun ja, das ist übrigens leichter gesagt als getan!). denn ich weiß, dass meine lebensuhr eigentlich schon ein ablaufdatum hatte.  die angst, das der krebs zurückkommt, wird mich wohl immer begleiten, aber ich kann mich immer noch darum sorgen, wenn es soweit sein sollte (man beachte den konjunktiv!).

ein zurück in mein altes leben, gibt es für mich nicht. aber seien wir ehrlich... es würde auch nicht mehr passen!!!


Danielas Weg könnt ihr über ihren Account fizzymiss und über ihren Blog unfuckingfassbar verfolgen! Schaut mal vorbei...


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