Steffi

Ich heiße Steffi und bin 2011 mit 42 Jahren an Brustkrebs (hormonrezeptorpositiv/Her2neu) erkrankt.

 

Meine Familie, mein Mann, meine beiden Töchter – damals erst 11 und 13 Jahre alt – und natürlich auch ich, waren zunächst für eine Weile gelähmt von der Diagnose! Hatte ich doch immer gesund und sportlich gelebt – wie konnte so etwas passieren? Mit der Frage nach dem „WARUM ICH“ konnte ich – vielleicht Dank meiner Leidenschaft für Yoga und dessen Philosophie – bald abschließen.

Obwohl es sich bis heute manchmal anfühlt wie ein Traum aus dem ich irgendwann erwache, wollte ich mich dem Fluss des Lebens stellen, die Welle reiten, wie man so schön sagt.

 

Ich durchlief eine klassische schulmedizinische Behandlung mit neo-adjuvanter Chemotherapie, Antikörpertherapie, Brustamputation beidseitig (auf meinen Wunsch hin auch die gesunde Brust), Bestrahlung und anschließender Antihormontherapie. Von Anfang an ging ich einen radikalen Weg und ließ mir Gebärmutter und Eierstöcke entfernen, um möglichst keine Hormone im Körper zirkulieren zu lassen, die dem Krebs als Futter dienen konnten. Meine amputierte Brust ließ ich nicht wieder aufbauen. Bis heute bin ich mit all diesen Entscheidungen im Reinen – würde es wieder so machen und sicher einiges mehr … aber dazu komme ich später noch.

 

Ich arbeitete weiter als Yogalehrerin, initiierte den yoga for the cure day für Frauen mit Brustkrebs, ging joggen, meditierte, versuchte mein Leben gesund und stressfrei zu genießen.



2014 traf mich der nächste Schock: Knochenmetastasen im Schulterblatt und an einigen Stellen in der Wirbelsäule! Eine erneute Chemotherapie musste her und regelmäßige Antiköpertherapien und Antihormontherapien gehören bis heute zu meinem Alltag. Palliativpatientin klingt … heftig…! Surreal irgendwie! Gott sei Dank, fühle ich mich wirklich selten danach...

 

Für mich war in diesem Moment klar, ich will mehr tun als abhängig sein von Schulmedizin, will nicht nur Opfer und Patient sein! Geändert habe ich folgendes:

  • Mein Mann und ich stellten uns nach ausgiebiger Recherche auf eine ketogene, d.h. weitgehend kohlenhydratfreie, Ernährung um. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappt das nun seit 2014 wirklich prima und schmeckt super lecker! Sogar der Freundeskreis ist begeistert … ! (auf Instagram findet ihr mich unter ketokitchen_4health). Diese Ernährungsform wird hoffentlich auch von der Schulmedizin irgendwann anerkannt und Krebspatienten empfohlen.

  • Einmal im Monat bin ich in Köln im IOZK und erhalte eine Infusion mit einem Vogelvirus genannt Newcastle Disease Virus (NDV). Eine spannende Wirkweise, ohne große Nebenwirkungen. Der Virus soll die Krebszellen schwächen und das eigene Immunsystem auf die geschwächten Krebszellen aufmerksam machen, so dass dieses seiner Aufgabe wieder nachkommen und die Krebszellen zerstören kann (ganz im Groben gesagt)…

  • Viel Bewegung wie Wandern, Walken, Joggen, Rad fahren und Dinge, die dem Körper einfach gut tun, wie Sauna und Massage gehören zu meinem Alltag.

  • Intensiver als zuvor wende ich mich einer speziell von mir auf Brustkrebs zugeschnittenen sanften Yogapraxis zu. Ziel ist die Dehnung der verkürzten und vernarbten Körperregionen im Brust- und Schulterbereich.

  • Die tägliche Meditation, von der man heute unbestritten weiß, dass sie das Immunsystem günstig beeinflussen kann, was im Blut nachweisbar ist – gibt mir wirklich viel Kraft und Ruhe. Heilmeditationen und Affirmationen helfen mir, meine positive Einstellung und meine innere Balance zu bewahren – meistens jedenfalls.

 

All das, was ich verändert habe in meinem Leben, fühlt sich für mich richtig und stimmig an. Es sind ganz feste Anker – an die ich glaube! Mein Leben ist heute bewusster – vielleicht sogar intensiver als früher, weil die Endlichkeit präsent ist. Umso dankbarer bin ich für das Erleben der kleinen Glücksmomente, für Familie und Freundschaften und gute Untersuchungsergebnisse – immerhin ist mein Zustand auch einige Jahre nach der Diagnose der Metastasen stabil und gut.

 

Ich versuche heute, anderen betroffenen Frauen Mut zu machen, den eigenen Weg zu gehen und biete Meditationskurse an, in der Hoffnung, die Ruhe und Kraft weiterzugeben, die mir die Meditation selbst gibt.

 

Der Weg mit Krebs ist nicht immer leicht – aber doch auf jeden Fall lebenswert!


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