Cindy & Marine

Heute möchte ich Euch erzählen, wer hinter Oncovia steckt!

 

Oncovia ist ursprünglich ein französisches Unternehmen mit Sitz in Paris. Es handelt sich hier um einen Onlineshop, der spezielle Produkte für an Krebs erkrankte Frauen vertreibt. Auf der Internetseite oncovia.com findet man außerdem alle möglichen Tipps und Tricks rund um die Krankheit.

 

Wie Ihr vielleicht schon wisst, gibt es seit Juni diesen Jahres eine deutsche Version des Online Shops. Ziel der zwei Schwestern und Gründerinnen ist es, den Alltag von Krebsleidenden zu erleichtern und Patientinnen dabei zu helfen besser mit den Nebenwirkungen der Behandlungen zu Recht zu kommen.

 

Also, Oncovia kommt aus Frankreich und gibt es seit 7 Jahren. Seit der Gründung im Jahr 2011, in Frankreich, hat sich die Idee sehr positiv entwickelt, deshalb ist der Onlineshop seit Juni 2017 auch in Deutschland, England und Italien vertreten.


Doch wer steckt hinter diesem tollen Konzept?


Es sind Cindy und Marine, 2 Schwestern, bei deren Mama Brustkrebs diagnostiziert wurde, als sie noch jung waren. Zu dem Zeitpunkt wohnten sie zwar bereits nicht mehr zu Hause, trotzdem taten sie alles, um ihrer Mama zu helfen und um sie während der Krankheit zu unterstützen und zu begleiten.

 

Cindy war 22 und Marine 19 Jahre alt. Sie können sich noch genau an den Moment erinnern, als sie erfuhren, wie es um ihre Mama stand. Es war ein Moment voller Traurigkeit. Die Familie verbrachte viele Wochenenden abgeschottet von allem und jedem, mit der kleinen Schwester, die gerade mal 11 Jahre alt war. Für Cindy und Marine war es jedes Mal sehr hart.

 

Für Marine war es immer eine große Überwindung, sonntags wieder in den Zug zurück nach Lyon zu steigen. Es hat ihr immer beinahe das Herz gebrochen ihre Mama zurück zu lassen. Für ihre Mutter war aber etwas ganz anderes wichtig: Sie wollte nicht, dass der Krebs das Leben und Studium ihrer Töchter beeinflusst. Und dieses Versprechen haben sie ihrer Mutter auch gegeben.

 

Cindy war zu diesem Zeitpunkt noch viel weiter entfernt und zwar in Brüssel. Deshalb hat sie von der Diagnose ihrer Mama am Telefon erfahren. Ihr einziger Wunsch war es, sofort nach Hause zu fahren und ihre Mama in die Arme zu schließen. Doch das ging leider nicht und oft ist es einfach schwierig, am Telefon die richtigen Worte zu finden…

 

Obwohl die beiden Schwestern nicht mehr zu Hause gewohnt haben, haben sie alles in ihrer Macht stehende getan, um ihr zu helfen, sie während der Krankheit zu unterstützen und zu begleiten. Es war schlimm mit anzusehen, welche Kraft es sie gekostet hat, sich trotz des Krebses schön zu fühlen, sich zu schminken oder sich beispielsweise normal anzuziehen. Das alles hat Cindy und Marine zum Handeln bewegt.

 

Cindy hat damals bei einem Pharmahersteller gearbeitet und lange Listen zusammengestellt, welche Kosmetikprodukte man während den Krebsbehandlungen benutzen kann. Man muss nun mal sehr aufpassen, welche Produkte man benutzen darf, da die Haut durch die Krebsbehandlung sehr geschwächt und gereizt ist. Parallel hat Marine teilweise bis zu 2 Departements durchquert, nur um die Produkte zu bekommen, die Cindy aufgelistet hat.

 

Trotz ihres großen Kampfgeistes, hatte Cindys und Marines Mama zwei Jahre später nach ihrer Diagnose einen Rückfall. Doch aufgeben war keine Option und die Familie hat weiterhin zusammengehalten, sie zu Arztbesuchen, Perückenterminen etc. begleitet. Cindy ist dann in die Schweiz umgezogen und konnte dadurch fast jedes Wochenende nach Hause kommen, um Zeit mit ihrer Mama zu verbringen. Marine hingegen hatte angefangen in Korea zu studieren.

 

Leider hat sich der Krebs immer weiter ausgebreitet, bald war klar, dass ihre Mama keine Heilungschancen mehr hatte. Eines Tages hatte sie dann Marine in Korea angerufen und sie gebeten nach Hause zu kommen, zwar nicht sofort, aber sie sollte es auf jeden Fall planen. Marine ist in den nächsten Flieger gestiegen, um so schnell wie möglich zu Hause zu sein. Als sie ankam, wurde ihr erst bewusst, wie ernst die Lage wirklich war. Am Abend ihrer Ankunft ist ihre Mama ins Koma gefallen. Die ganze Familie hatte immer gehofft, dass sie die Hochzeit von Cindy 6 Monate später noch miterleben würde… Doch nach 5 Jahren mühsamen Kampf gegen den Krebs hat sie sie verlassen, einen Tag vor ihrem 50. Geburtstag, einen Tag vor Cindys Hochzeit.

 

Schon während den Behandlungen ihrer Mutter ist den beiden Schwestern aufgefallen dass, die von Ärzten und anderen Einrichtungen empfohlenen Produkte nur sehr schwer zu bekommen sind. Cindys Listen mit Kosmetikprodukten haben schnell den Umlauf gemacht und immer mehr Leute haben angefragt. Außerdem ist es ihrer Mutter immer sehr schwer gefallen in ein orthopädisches Zentrum zu gehen, um sich einen BH zu kaufen. Die Idee einer Plattform, die alle Produkte für Menschen mit Krebsdiagnose bündelt, hat die beiden deshalb einfach nicht mehr losgelassen. Aus diesem Grund haben sie sich dazu entschieden ihren Job an den Nagel zu hängen und Oncovia ins Leben zu rufen.

 

Da Krebspatienten eh schon durch psychischen Druck sowie Müdigkeit eingeschränkt sind, sollen sie ihrer Meinung nach nicht auch noch lange Autofahrten zurücklegen müssen, um eine Perücke oder einen Silizium-Nagellack kaufen zu können. Das Ziel von Oncovia ist die ewiglange Suche nach den passenden Produkten zu vereinfachen, das Angebot zu bündeln und alle notwendigen Produkte auf einer einzigen Plattform anzubieten. Von Perücken, allen möglichen Kopftücher, Mützen und Turban über sorgfältig ausgewählte Kosmetikprodukte bis hin zu spezieller Unterwäschemode, jedes einzelne Produkt soll das Leben mit der Krankheit vereinfachen und den Betroffenen helfen sich wieder wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Denn Cindy und Marine haben die Erfahrung gemacht, dass es oft die kleinen Dingen sind, die einem wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern können und neuen Mut sowie Hoffnung spenden.



Außerdem war es den Schwestern wichtig hilfreiche Ratschläge und einen Blog mit den Produkten zu verbinden. Die Idee ist, dass nicht nur an Krebs erkrankte Menschen Antworten auf Ihre Fragen finden, sondern auch Angehörige. Für die beiden war es nicht immer einfach, diese bei den Ärzten oder im Internet zu finden – und auch das wollen sie mit Oncovia ändern.

 

Die beiden Schwestern beschreiben Oncovia als ein unglaubliches Abenteuer und sind dankbar, dass sie mit ihren Produkten und Ratschlägen anderen Menschen helfen können. Mit Oncovia ist es ein bisschen, als ob sie ihrer Mama weiter beistehen würden!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0