INKLUSIVE Zukunft. Ein Schritt voran...

Zitat:

 

"Ein starkes Land darf die Schwächeren nicht vergessen. Behinderte Menschen verdienen unsere ganze Unterstützung. Und all diejenigen Menschen, die sich besonders um sie kümmern, verdienen unseren Respekt und Dank. Wir wollen Signale setzen bei der weiteren Barrierefreiheit in Bayern, wie wir Inklusion in den Schulen fördern und die Arbeitsmöglichkeiten verbessern können, bis hin zur Verbesserung der medizinischen Betreuung. Wir wollen Menschen mit Behinderung das Leben nicht nur erleichtern – wir wollen, dass sie vollständig in unsere Gesellschaft integriert sind. Das ist unser christlicher und ethischer Anspruch“, sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder nach der Kabinettssitzung. „Aber Inklusion ist eine vielschichtige Aufgabe. Hier kann jeder mithelfen – im Arbeitsleben und privat. Wir müssen im Umgang mit Mitmenschen auch Barrieren im Kopf abbauen“, so Söder weiter."

 

Zitat:

 

"Das neue Programm leistet einen wesentlichen Beitrag zur Inklusion: Menschen mit Behinderung werden zu einem selbstbestimmteren Leben befähigt, die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe werden erheblich verbessert. Menschen mit und ohne Behinderung ergänzen sich auf diese Weise in einem starken gesellschaftlichen Miteinander. Ein derartiges Sonderinvestitionsprogramm ist bundesweit einmalig – Bayern setzt sich damit an die Spitze bei der staatlichen Konversionsförderung. Details des Programms zur zeitgemäßen Neuausrichtung der großen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung werden nun durch das Sozialministerium erarbeitet und sollen bis Mitte nächsten Jahres vorliegen. Bezirke, Selbsthilfegruppen, Verbände und die Beauftragte der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung werden in die Entwicklung des Konzepts eingebunden."

 

Nachzulesen im Bericht aus der Kabinettsitzung der Bayerischen Staatsregierung vom 8. August 2018

 

Aus dem Text geht auch hervor, dass das Sonderinvestitionsprogramm mit dem zielführenden Weg, kleine Wohneinheiten, in denen Menschen mit und ohne Behinderung leben können, auf den Weg gebracht wurde. Dezentralisierung ist das Schlagwort. Eines, dass ich und so viele andere mit mir, seit vielen Jahren propagiere. Das diese gewünschte und erstrebte Lebensform bereits bestens funktionieren kann, zeigt uns sehr anschaulich das Projekt WOHN:SINN

 

Insgesamt klingt dies alles zu schön, um wahr zu sein. Aber auch wie der blanke Hohn hinsichtlich dessen, dass ich erst im Frühjahr einen Prozess gegen den Vater meines Sohnes verloren habe, der von einem hessischen Familiengericht bestätigt bekommen hat, dass bevor ich einen wenn auch noch so kleinen finanziellen Beitrag zur Unterstützung von Seiten meines Ex-Mannes erhalte, um unserem gemeinsamen Sohn weiterhin ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, es diesem zuzumuten sei, gegen seinen ausdrücklichen Willen und Wunsch, gegen die auch von Deutschland unterschriebenen UN-Behindertenrechtskonvention, Justin in einem Heim zu leben hat. Getrennt von seinem Zuhause und von seinem sozialen Umfeld. Ein Beschluss, der VÖLLIG an der Realität für Familien mit behinderten Menschen vorbei geht und mit der tatsächlichen Situation NICHTS, aber auch wirklich gar nichts, zu tun hat...

 

Der neue Beschluss zeigt mir aber auch: Ich bin keine Spinnerin oder permanente Querulantin, wenn ich mir für mein Kind mehr als das wünsche, was man schwer behinderten Menschen gerade mal zugestehen möchte. Und Justin so viel mehr als nur ein nutzloser Kostenfaktor ist, wie ihn viele betrachten. Jeder Kampf, jede Diskussion der vergangenen Jahre, ein Plus und Schritt nach vorne für uns.


JEDE*R profitiert vom Kampf gegen Exklusion. INKLUSION ist eine Haltung, die nicht auf eine bestimmte Zielgruppe begrenzt wirkt. Inkludierte Menschen sind keine Last, sondern stellen für unsere Gesellschaft eine Bereicherung  dar.  INKLUSION fördert die Sozialkompetenzen der gesamten Gesellschaft!


Seit April bin ich arbeitslos, da mein bisheriger Arbeitgeber in Aschaffenburg, seine Geschäftstätigkeit nach über 90 Jahren einstellte. Seit dem bin ich auf der Suche nach einer neuen Chance. Und suche. Die Verzweiflung wühlt in meinem Inneren. Erkläre zig-mal, warum ich nur in Teilzeit arbeiten kann und an manchen Stellen Zugeständnisse benötige, um aktiv zu sein und mich einbringen zu können. Ich bin wieder einmal eine Bittstellerin. Einfach, weil das Leben ist, wie es ist...

 

Letztens im JobCenter: "Sie können ja nur 20 Stunden die Woche arbeiten, das ist aber ganz schön wenig!"

 

Meine Antwort: "Erstens: Eine Person, die nur 20 Stunden die Woche arbeitet, ist meist produktiver als eine Vollzeitkraft. Ergo: Somit auch meist unterbezahlt! Zweitens: Versorge ich meinen Sohn, für den ich von der Pflegekasse einen sogenannten Pflegegrad 4 erhalte und zudem amtlich bestellte Betreuerin bin, was tagtäglich bedeutet, dass ich seine körperliche Pflege übernehme und ihn in allen täglichen Alltagsaufgaben anleite, ihn morgens pünktlich wecke und auf seinen Weg bringe, unseren Haushalt komplett allein verrichte, für einen gefüllten Kühlschrank sorge, ihn auf das Leckerste umsorge, seine Therapeutin (Krankengym, Ergotherapeutin und Krankenschwester) bin, alle behördlichen Anforderungen erfülle (dazu gehören zig Behördengänge im Jahr, mich mit Kostenträgern auseinandersetze, Widerrufe aufsetze, als Sekretärin und persönliche Assistenz fungiere, für ihn alle Termine wie Krankengymnastik, Arztbesuche, orthopädische Termine und Kliniktermine organisiere und ihn in allen Konsequenzen begleite, ihm zudem eine soziale Teilhabe ermögliche und mit meinem Sohn eine selbstverständlich gelebte INKLUSION lebe, stellenweise GEGEN alle etwaigen Widerstände und für seine strahlenden Augen und innere Zufriedenheit sorge, einfach, weil es mir ein inneres Bedürfnis ist und zu guter Letzt unser Leben organisatorisch so gut aufstelle, dass ich all das und noch mehr unter einen Hut bringe. Da finden Sie 20 Stunden wenig? Da sind meine persönlichen Termine und meine soziale Teilhabe noch nicht dabei..."


Sie so: "Ach, so hab ich das nicht gemeint!"


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