Friederike

Ein freundliches "Halli Hallo" aus Berlin! Mein Name ist Friederike und meine Leidensgeschichte ging eigentlich schon 2006 los. Im Jahr 2006 wurde ich mit 23 Jahren unverhofft schwanger und entschied mich dazu, mein Kind allein großzuziehen. Gegen Ende der Schwangerschaft gab es Probleme mit der Entwicklung des Kindes und es wurde viel an mir herumgedoktert. Das Ende vom Lied war, das ich mit einer Schwangerschaftsvergiftung und starken Blutungen mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren werden musste. In dieser Nacht wurde meine Tochter Stella Maris per Kaiserschnitt geboren! Alle Ärzte waren sehr verhalten und schnell wurde uns klar, bei Stella stimmt was nicht.

 

Meine Tochter fehlte der Daumen und sie war sehr klein. Nach mehreren Wochen erhielt ich die Diagnose, dass Stella eine seltene Form der Fanconi Anämie hat und das bedeutet: Mutter BRCA2 und Vater BRCA2 verursacht = eine schwere Form der Fanconi Anämie. Diese Krankheit ist so selten wie ein 6er im Lotto. Stella hatte sozusagen keine Abwehr gegen Krebs und keine hohe Lebenserwartung. Meine Tochter Stella ist am 25.01.2009 an einem bösartigen Hirntumor verstorben, aber die Zeit, die ich mit ihr verbringen durfte war wunderschön und sie hat mir so viel Liebe geschenkt. Es war eine sehr schwere Zeit für mich und ich beschloss in einer anderen Stadt neu anzufangen. Nun war aber auch klar, dass ich BRCA2 positiv war.

 

Ich lebte ein neues Leben und lernte meinen heutigen Mann kennen. Zwischenzeitlich ging es wieder nach Berlin und ich wurde im Jahr 2012 schwanger. Unsere Tochter Meiri wurde am 02.08.2013 in Berlin geboren. Doch bereits beim Abstillen merkte ich einen Knoten in meiner Brust und ging zur Verlaufskontrolle.

 

Es hieß erstmal abwarten und in zwei Monaten wiederkommen. Leider ergab die Nachkontrolle im Januar 2014 ein bösartiges Mamma Ca. Meine kleine, doch so glückliche Welt, brach innerhalb Minuten zusammen. Da stand ich nun mit einem Baby im Arm und verstand die Welt nicht mehr. Also krempelte ich meine Ärmel hoch und los gings. Es folgte die beidseitige Ablation der Brust mit sechs Zyklen Chemotherapie und für mindestens 5 Jahre eine Antihormontherapie. Im Juni 2014 beendete ich meine Therapie und versuchte mich mit einer Mutter Kind Reha wieder aufzupäppeln, so dass ich im folgenden Jahr wieder mit der Wiedereingliederung startete. Doch die Angst war mein ständiger Begleiter. Trotz allem versuchte ich ein halbwegs normales Leben zu führen, bis ich im Oktober 2017 am Schlüsselbein eine dicke Beule spürte.

 

Innerlich wusste ich was los war, aber ich hoffte auf ein harmloses Ergebnis. Nach einigen Untersuchungen und einer Biopsie unter CT-Verlaufskontrolle war schnell klar: Metastase im Bereich des Sternum Winkels von fast 5cm! Ähnliche Rezeptoren wie beim ersten Mal und 100% Östrogenabhängig.

 

Das Tamoxifen hatte bei mir versagt, also sollte eine sofortige Therapieumstellung mit Entfernung des Tumors folgen. Da der Tumor sehr groß war und nah an den Aorten lag, wäre die OP sehr kompliziert geworden. Nach einigem hin und her entschieden wir uns für die sofortige Entnahme der Eierstöcke mit Therapiewechsel auf Letrozol und Ibrance. Ich wollte wissen ob die Medikamente wirken und entschied mich zudem gegen eine sechs stündige OP mit halber Entfernung des Brustbeins.

 

Ich suchte nach alternativen Heilmethoden und probierte viele Ernährungsformen aus von Keto, basisch, Vegan, Quark, Öl und und und! Ich spritze mir Mistel und nehme CPD und andere Nahrungsergänzungsmittel. Verdammt, ich wollte Leben und wagte das Unmögliche und flog mit meiner Mutter und Schwester im März 2018 nach Kolumbien, um mich dort von einem Schamanen behandeln zulassen. Ich habe viel erlebt und Kolumbien ist ein eigenes Buch wert. Es hat mich geistig und körperlich an meine Grenzen gebracht. Es hat mein Leben verändert und ich bin meiner Familie so dankbar, dass alle so hinter mir stehen.

 

Ich habe momentan eine Komplettremission meines Tumors und wollte eigentlich, um zu schauen ob noch lebende Krebszellen vorhanden sind, im Oktober 2018 (OP-Termin stand schon fest) operieren lassen, was aber durch einen akuten Schub meiner Colitis Ulserosa nicht möglich war, wodurch ich mit Kortison behandelt werden musste. Ich weiß nicht ob das ein Zeichen sein sollte oder einfach Schicksal war, aber eine Entscheidung steht noch aus. Ich bin so dankbar für meine momentane Entwicklung und bete jeden Tag, das ich noch lange auf dieser Welt bleiben darf.

 

Momentan überlege ich ein Buch über mein Leben und meine Erfahrungen zu schreiben, weiß aber noch nicht so recht, wo ich anfangen soll. Sollte wer Interesse haben, ich bin startklar!!! Jeder muss seinen Weg finden, um mit dieser schweren Krankheit umgehen zu können und ich habe meinen gefunden.

 

Ich wünsche euch allen von Herzen beste Gesundheit und Liebe im Herzen

Namaste

eure Rike


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