Vorbeugende Entfernung der Eierstöcke bei BRCA

Wenn eine Mutation in den Genen BRCA1, BRCA2 oder anderen Risikogenen vorliegt, werden uns betroffenen Frauen folgende medizinische Möglichkeiten angeboten:

  • intensivierte Früherkennungsuntersuchungen
  • vorbeugende Entfernung des Brustdrüsengewebes
  • vorbeugende Entfernung der Eierstöcke

Ich möchte hier insbesondere auf das Risiko für Eierstockkrebs eingehen.

 

Da es bislang noch immer keine wirkliche Früherkennung von Eierstockkrebs gibt, spielt die präventive Maßnahmen zur Erkrankungsvermeidung nachwievor eine besondere Rolle. Durch die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke und Eileiter, kann das Risiko für Eierstockkrebs auf etwa 1% gesenkt werden.

 

Meistens kann die vorbeugende Eierstockentfernung durch eine Laparoskopie durchgeführt werden. Hierzu werden 2 bis 3 kleine Schnitte von etwa 1cm in der Bauchdecke vorgenommen. Zwei in der Leiste, einer durch den Bauchnabel. Ist eine Laparoskopie nicht möglich, wird ein Bauchschnitt vorgenommen, ähnlich wie bei einem Kaiserschnitt. Zudem besteht die Möglichkeit, sich die Gebärmutter entfernen zu lassen. Der Eingriff dauert circa eine Stunde. Meistens kann man nach drei Tagen die Klinik verlassen.

 

Als Alternative zur vollständigen Entfernung der Eileiter und Eierstöcke, besteht die Möglichkeit, erstmal NUR die Entfernung der Eileiter vornehmen zu lassen. Dies ist vor allem für jüngere Frauen eine Überlegung wert. Die Eierstöcke werden dann um das 50. Lebensjahr vollständig entfernt. Dies hat den Vorteil, dass die Nebenwirkungen des Hormonentzugs wie ein Abbau der Knochendichte, Libidoverlust, trockene Haut und Haarausfall, Schweißausbrüchen und Hitzewallungen, geringer ausfallen.

 

Durch die Entfernung der Eierstöcke senkt sich der Östrogenspiegel im Körper. Dies wirkt sich bei Frauen mit der Mutation BRCA2 positiv auf ihr Brustkrebsrisiko oder die Möglichkeit eines Rezidivs aus, WENN sie den Eingriff VOR ihrem 50. Lebenjahr haben vornehmen lassen. Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, steigt bei BRCA1 ab dem 40. Lebensjahr und bei BRCA2 ab dem 45. Lebensjahr.

 

Zu Bedenken gilt: ist die Mutter einer Mutationsträgerin bereits mit 35. Jahren an Eierstockkrebs erkrankt, wird der Tochter die Empfehlung ausgesprochen werden, sich einer Laparoskopie bereits um ihr 30. Lebensjahr zu unterziehen.


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