10 Jahre mit und nach Brustkrebs oder 700.000 Frauen mit mir

Heute vor 10 Jahren erhielt ich die Diagnose Brustkrebs. Mit cirka 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr, sind dies gut 700.000 Frauen in 10 Jahren, die die Diagnose Brustkrebs mit und nach mir erlebten. Hinter jeder dieser Zahlen und Statistiken, steht ein Einzelschicksal. Vielleicht stehst auch du mit deiner Geschichte, hinter dieser Zahl, die doch nichts darüber erzählt, wer wir sind, was uns ausmacht und welche Träume und Wünsche wir haben. Viele der Geschichten zeugen von großem Mut, Kraft und unbändigen Lebenswillen.  Dennoch kämpfen viel zu viele von uns mit immer neuen Diagnosen und gewaltigen Herausforderungen. Nicht alle überleben die Erkrankung oder werden sie überleben. Es gibt für keine von uns eine absolute Sicherheit. Das ist ein Punkt, über den ich mir schmerzlichst bereits im Jahr meiner Erkrankung bewusst war. Aber bis HEUTE, gelte ich als symptomfreie Überlebende und die gewonnene Lebenszeit, kann mir kein Schicksal mehr nehmen. Ich darf weiterhin das sein, was ich mir für meinen Sohn sehnlichst erhoffte:

 

Seine Mama sein - und LEBEN!

 

Das ist so viel mehr, als ich mir heute vor 10 Jahren zu erhoffen wagte.

 

10 Jahre! So krass. Und was hab ich in dieser Zeit alles erreicht und bewältigt. Ich hab mich neu ausprobert. Ich bin weit über meine Grenzen hinausgegangen. Habe viel neues erlernt. Mich für andere eingebracht und Verbesserungen vorangebracht. Ich bin aber auch gescheitert. Hab manches Mal alles hinwerfen wollen. Hab mich zurückgezogen und ich bin zugleich mutig neu vorangegangen. Ich hab nicht immer alles richtig gemacht, aber meist aus dem besten Gewissen heraus gehandelt. Manchmal fanden sich Lebenswege, ehe sie sich wieder trennten. Und wenn es nur ein kurzer Augenblick war, tat die gemeinsam verbrachte Zeit gut und schenkte Rückhalt, Freundschaft und Stärke. Mir wurde unfassbar viel Vertrauen und Unterstützung geschenkt. Von euch und so vielen anderen. Dafür kann ich nur immer wieder DANKE sagen...

 

Was mir die Zukunft bringen wird? Das kann mir niemand sagen. Aber vielleicht kann ich noch ein wenig dazu beitragen, Mut und Hoffnung an andere betroffene Frauen und ihre Angehörigen weiterzutragen und vielleicht kann ich mich auch weiterhin für Verbesserungen für uns von Brustkrebs betroffene Frauen einbringen. Das wünsche ich mir sehr...

 

Ich weiß noch so gut, wie begierig ich damals die Geschichten von Frauen eingesogen habe, die die Diagnose Brustkrebs erlebten und überlebten. Wieviel Hoffnung und Mut sie mir dadurch schenkten, wenn sie erzählten, wie lange ihre Erkrankung zurück lag. Sie wurden zu einem Vorbild für mich. Manche von ihnen, lernte ich persönlich kennen. So viele andere Frauen, geprägt durch die unterschiedlichsten Biografien, kamen hinzu. Auch wenn ich nicht über große freie Zeitfenster verfüge um alle treffen oder an allen Projekten teilnehmen zu können, einfach, weil das Leben nun mal ist wie es ist und ich zudem auch die Mutter meines Sohnes bin:

 

Freue ich mich über Begegnungen mit euch, mit Freundinnen und Mentorinnen, die mir zum Vorbild wurden!

 

Ich danke euch allen, dass ihr, auch wenn mein Blog vielleicht nicht einem klassischen Brustkrebsblog entspricht, weil meine Geschichte mit der meines Sohnes so eng verwoben ist, dass ihr bei uns mitlest und mir und meinem Summsemann, eure Aufmerksamkeit und Freundschaft schenkt!

 

Ich danke euch von ganzem Herzen!

Nicole


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