Fritzie - Der Himmel muss warten

Copyright: ZDF/Britta Krehl
Copyright: ZDF/Britta Krehl

Im Oktober 2020 feierte FRITZIE – DER HIMMEL MUSS WARTEN TV-Premiere als neues Prime Time-Format. Nach dem erfolgreichen Start folgt nun bereits ab Ende April die zweite Staffel. In sechs ebenso mitreißenden wie berührenden Folgen (ausgestrahlt in Doppelfolgen am 29. April, 6. Mai und 20. Mai) bietet Fritzie Kühne (dargestellt von Tanja Wedhorn) in ihrem Leben als Frau, Partnerin, Mutter und Lehrerin aus Leidenschaft dem Brustkrebs weiterhin die Stirn.

 

Stand die erste Staffel unter dem Vorzeichen, wie Fritzie mit der niederschmetternden Diagnose umgeht, so steht im Zentrum der zweiten Staffel die Behandlungsphase nach der Operation mit anschließender Chemotherapie.

 

Fritzie beschäftigt sich mit existenziellen Fragen, die wir, die von der Diagnose Brustkrebs und Krebs generell betroffen sind, nur zu gut kennen. Wie gehe ich mit dem verloren gegangenen Vertrauen in meinen Körper um, wie verliere ich meine Zuversicht nicht und wie lebe ich mit der Erkrankung Krebs ein erfülltes Leben, wenn sich die Vorzeichen doch so tiefgreifend veränderten? Fritzie begibt sich auf eine aufregende und mitreißende Suche nach dem Glück, nach ihren innersten Bedürfnissen und bleibt dabei auch ihrer Mission als Lehrerin treu.

 

Wie ist das Drehbuch zu der Serie entstanden? Die Head-Autorin Kerstin Höckel hat im vergangenen Oktober dazu erzählt:

 

Kerstin Höckel: „Vor einem Jahr kam der Anruf. Das ZDF suche eine Head-Autorin für eine neue Schulserie. Sechs Folgen, im Sommer wird gedreht. Bist du interessiert? Ich stamme aus einem Lehrerhaushalt. Schule liegt nah. Nächste Info: Die Protagonistin hat Brustkrebs. Wie meine Mutter damals. Ein bisschen "spooky" war das schon. Krebs ist ein Tabu. Schon das Wort löst eine Kaskade von Ängsten aus. Aber die Chance, zur besten Sendezeit über die Kostbarkeit des Lebens zu erzählen, war zu verlockend. Ich fing Feuer. In Christiane Bubner und Katja Grübel von Kontrakt 18 fand ich wunderbare Gefährtinnen für die rasante Stoffentwicklung. Wir wollten eine Geschichte der Wandlung erzählen. Die Krebsdiagnose sollte der Weckruf für unsere brave Lehrerin sein. Ihre Begegnung mit der Endlichkeit stößt Türen auf, die bis dahin – wie bei jedem von uns – durch Angepasstheit und Ängstlichkeit verschlossen waren. Wenn wir merken, dass wir gar nicht unsterblich sind, können wir verzagen. Oder wir gewinnen die Freiheit – salopp gesagt – das Jetzt an den Eiern zu packen. Wie unsere Fritzie. Wir erklärten den Writers Room zur angstfreien Zone, in der neben dem unvermeidlichen Drama Platz entstand für Skurriles, Persönliches, Pubertäres, Humor, Kampfgeist und Poesie. Eine beglückende Erfahrung, auch in der Zusammenarbeit mit den Ladys aus Produktion und Sender. Für unsere Zuschauerinnen erhoffen wir uns, dass sie sich von Fritzie inspirieren lassen, auch ohne heftigen Schicksalsschlag das eigene Dasein ein bisschen auf den Kopf zu stellen.“

 

In der Rolle der Fritzie ist Tanja Wedhorn zu sehen – im ZDF-Interview spricht sie über die Dreharbeiten und ihren Zugang zu ihrer Rolle: Als Fritzie die Diagnose Brustkrebs bekommt, erzählt sie zunächst niemandem davon. Später macht sie zum Teil verrückte Dinge, die sie vorher nicht gemacht hätte. Warum ist das so?

 

Tanja Wedhorn: Die Diagnose ist für Fritzie ein Schock. Das Ausmaß versteht sie erst Tage später und natürlich verändert sich damit ihr Blick auf ihr Leben: Auf die Zeit, die ihr vielleicht nur noch bleibt, auf die Menschen, die sie liebt, auf die Schüler, die ihr anvertraut sind, auf ihre bisherigen Verhaltens- und Lebensweisen. Ihre Schwerpunkte verschieben sich und dabei läuft die Zeit gegen sie. Geradliniges, unkonventionelles, zielführendes Verhalten bietet sich also an. Geduld war gestern.

 

Nicht nur Fritzie hat mit der Krebsdiagnose zu kämpfen, auch ihr näheres Umfeld muss lernen, mit ihrer Krankheit zu leben. Was sind die Herausforderungen für ihren Mann, ihren Sohn, die beste Freundin und ihr Arbeitsumfeld?

 

Tanja Wedhorn: Die Herausforderung liegt darin, mit der eigenen Angst und Trauer klarzukommen und gleichzeitig den vermeintlich richtigen Umgang mit Fritzie zu finden. Als Partner, Sohn und Freundin ist es wahnsinnig schwer bis unmöglich, Fritzie emotional und gedanklich immer da abzuholen, wo sie gerade steht, da die Krankheit und die daraus resultierenden Konsequenzen bei Fritzie einen sich stetig wandelnden Prozess auslösen. Ihre Liebsten sind in diesen Phasen fast "Außenstehende": bemüht, aber auch hilflos.

 

Wie hast du die Resonanz zur ersten Staffel wahrgenommen?

 

Tanja Wedhorn: Ich war wahnsinnig glücklich und ebenso erleichtert über die tolle Resonanz. Ich hatte im Vorfeld große Bedenken, ob ich als Schauspielerin der Rolle einer an Brustkrebs erkrankten Frau gerecht werden kann, ohne bisher persönlich mit diesem Thema in Berührung gekommen zu sein. Jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine ungeheuer hohe Zahl. Mir war also klar, dass sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer unserer fiktiven Geschichte folgen werden, die ihre eigene Krebsgeschichte real erlebt haben oder gerade erleben.

 

Welche Entwicklung nimmt Fritzie und wie unterscheidet sich die erste Staffel von der zweiten?

 

Tanja Wedhorn: Fritzie nimmt den Kampf gegen den Krebs auf. Mit allen Höhen und Tiefen. Es gibt unendlich viele Themen, die sie beschäftigen, wie zum Beispiel: Wie lebe ich mit nur noch einer Brust? Was macht die Chemotherapie aus mir? Bin ich in den Augen der anderen nur noch die Kranke? Habe ich mein Leben so gelebt, wie ich wollte? Wir erzählen all das sehr engmaschig und nah an Fritzie, mit einer großen Kontinuität zur ersten Staffel.


Ihr seid neugierig auf mehr? Dann schaltet am 29. April, 6. und 20. Mai, ZDF ein oder schaut euch über die ZDF Mediathek die Serie um FRITZIE - DER HIMMEL MUSS WARTEN zu eurer persönlichen Prime Time an.


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Kommentare: 1
  • #1

    Catrin (Freitag, 30 April 2021 19:23)

    Hallo, ich bin Catrin. Die Diagnose Brustkrebs erhielt ich 2016. Erwartungsvoll und neugierig habe ich jeder Folge der ersten Staffel entgegen gefiebert. Ich konnte auch das Hin und Her von Fritzi nachempfinden und Tanja Wedhorn als Schauspielerin mag ich sowieso ganz gern, sie hat die Rolle glaubwürdig verkörpert.
    Jetzt, in der zweiten Staffel, bin ich ein wenig hin und hergerissen.
    Denn manchmal läuft die Handlung an der Realität vorbei. Ich möchte dem zugute halten, dass jeder Mensch auf seine Weise tickt und daher jeder seine eigenen Erfahrungen mit der Bewältigung dieser Krankheitsgeschichte macht. Es läuft allerdings, bedingt durch die unterschiedliche Versorgung und Betreuung der Patienten in den einzelnen Bundesländern oftmals nicht so optimal wie im Film dargestellt.
    Aber eines haben wir alle gemeinsam, wir wollen nur das Beste für uns aus dem Rest des Lebens machen und greifen deshalb nicht nur nach den Sternen, sondern halten sie fest.
    Ich bin trotzdem gespannt, wie es weitergeht.
    LG Catrin

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