22. W E L T K R E B S T A G oder: Hallo, Krebs. Du Arsch!

2010 hast du dich hinterrücks mit zwei Tumoren und DCIS klammheimlich in meiner linken Brust eingenistet. Mein Sohn gerade mal 13, ich 41, kein Partner an der Seite, aber Freunde. Zu jung für den Scheiss. Angst um mein Leben und die Zukunft meines Sohnes. Operationen. Chemos. Bestrahlungen. Medikamente. Antihormontherapie. Nebenwirkungen und Schmerzen. Spätfolgen.
Manchmal hab ich geschrien, so ganz laut, um den inneren Druck gegen dich loszuwerden. Um nicht verrückt zu werden und das Kopfkino zum Stillstand zu bringen.

Hab mein Leben mit schönen Momenten aufgefüllt, damit du mich nicht findest und still weiterziehst. Ich hab unendlich viele Wörter gefunden, um dir Paroli zu bieten. Mich Freunden anvertraut, die an meiner Seite standen und mir mehr als eine Hand reichten. Einfach so.

 

Du hast mir und vielen, vielen Menschen, unfassbares Leid verursacht. So viele Freunde und Freundinnen, die viel zu jung verstorben sind oder denen es aktuell alles andere als gut geht. Bangen. Stille. Demut. Wehmut. Perlen der Erinnerungen, die du mir nicht nehmen kannst. Hoffnung. Wut. Trauer.

 

Du veränderst und schlägst Spuren der Verwüstung. Nicht nur die Narben auf meiner Haut und meiner Seele. Akzeptieren. Annehmen. Distanz gewinnen. Welch ein Balanceakt...

 

Und doch. Ich bin eine Überlebende. Meine gewonnene Lebenszeit, kannst du mir nicht mehr nehmen. Das was ich an Veränderungen durchgemacht und verloren habe, habe ich dir zu verdanken. Aber was ich aus diesen Veränderungen geschaffen habe, liegt in meiner Resilienz begründet. Ich hätte an dir gnadenlos zerschellen können. Kann ich immer noch, so als Risikopatientin. Aber wer weiß das schon?

 

Ich bin! Mein damaliges Mantra! Dank der in mir liegenden Kraft. Meinen Mut-Ankern. Ganz viel Liebe, die dem Dunkel in mir ein Licht der Hoffnung schenkt. Immer wieder. Konfetti-Momente. Freundschaften. Frauen-Power und einfach ganz viel ❤ Wir sind viele...

 

Krebs, du bist ein Arsch! Denn du triffst früher oder später - jeden!


Anlässlich des 22. Weltkrebstages, wurden zwei Interviews mit mir veröffentlicht. Einmal via Radio BR im Gespräch mit der Redakteurin Barbara Ecke und Christine Raab und einmal via Fernsehen in SAT 1 Bayern, erschienen am 4. Februar.


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