Astrid - Tanz dich frei!

Fotograf Matthias Jung
Fotograf Matthias Jung

„Ich bin der Meinung, dass Tanzen heilt und eine gute Möglichkeit ist, Krisen besser zu bewältigen.“

 

Mein Name ist Astrid Volk, ich bin 58 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene, tolle Jungs. Im Juli 2014 erhielt ich die Diagnose Brustkrebs und innerhalb weniger Sekunden fiel der Vorhang über mein bisheriges - bis dahin gut geordnetes - Leben.

 

Immer schon ging mir „zeitweise“ der Gedanke durch den Kopf, wie das wohl ist, diese Diagnose zu hören. Ich stamme aus einer Familie, bei der Brustkrebs mütterlicherseits sehr verbreitet ist und einige Familienangehörige diese Erkrankung nicht überlebt haben. Ich glaube meine Angst davor, war schon sehr lange in meinem Unterbewusstsein verankert, aber ich konnte mir dieses Gefühl nicht vorstellen. Zwei Monate vor meinem 51. Geburtstag, am 29. Juli 2014, erhielt ich die Diagnose, die mir den Boden unter den Füßen wegriss und mein komplettes Leben aus den Fugen geraten ließ…. Jetzt also auch ich!!!

 

Ein wildes Chaos von Gedanken und Gefühlen begann: Muss ich jung sterben? Werde ich meine Kinder nicht aufwachsen sehen? Meine Enkel nicht mehr kennenlernen? Wer soll die Familie versorgen? Ich wollte doch noch so viele Dinge erleben. Klare Gedanken fassen und funktionieren war jetzt erst mal nicht drin. Der pathologische Befund der Gewebebiopsie bestätigte es mir schwarz auf weiß: Mammakarzinom rechts oben, außen – Päng!!!!!

 

Die folgenden Wochen waren eine emotionale Hölle. Aber aufgeben – das kam für mich nicht in Frage. Meine ganze Familie war in dieser Zeit mehr denn je für mich da. Vor allem mein Mann und meine beiden Söhne.

 

Mein Gynäkologe meldete mich in einem Kölner Brustzentrum an und dort wurden dann auch noch auffällige Lymphknoten gestanzt. Als wäre der Tumor in der Brust nicht schon genug, waren also noch einige Lymphknoten befallen. Und wieder startete in meinem Kopfkino das Endzeitszenario. Metastasen in den Lymphknoten? Das kann nur bedeuten, dass der Krebs bereits gestreut hat. Zwei Wochen später waren alle Untersuchungen vorbei. Die erlösende Nachricht: Man hatte keine Metastasen gefunden! Alles war frei! Leber, Lunge und Skelett. Es war also „nur“ der Tumor in der Brust und einige Lymphknoten. Das würde ich hinkriegen! Jetzt konnte ich wieder durchatmen. Meine Angst, jetzt schon sterben zu müssen, wandelte sich komplett in ein JA zum Leben, diese Krankheit anzunehmen und zu besiegen. Dieser Tumor brachte mich dazu Meinungen, Einstellungen und alte Muster neu zu betrachten. Vor allem mich selbst zu lieben, aus meinem Hamsterrad auszusteigen und nicht nur zu funktionieren. Ich nannte ihn deshalb „meinen mir auferlegten Freund“.

 

Es erwartete mich eine umfangreiche Therapie, neoadjuvante Chemotherapie, OP, Bestrahlungen, Antikörpertherapie und eine Antihormontherapie, die mich bis heute begleitet. Ich wurde durch die Therapie komplett in meinem Alltag entschleunigt. Jetzt ging es nur um mich, darum, loszulassen, Dinge abzugeben oder auch mal liegen zu lassen. Das war ein Prozess, der mir nicht leichtfiel, mir, der Perfektionistin. Aber genau dieser Prozess zeigte mir eben auch, was ich wirklich wollte. Ich entdeckte das Tanzen wieder für mich.

 

Ich tanze schon mein ganzes Leben. Als Kind habe ich schier zu jeder Musik wild aus meinem tiefsten Inneren heraus getanzt. Ohne Begrenzung oder Grenzen, ohne festgelegte Schrittfolgen. Ich bin einfach meinem eigenen Rhythmus gefolgt. In späteren Jahren jedoch wurden Äußerlichkeiten, die richtigen Schrittfolgen und die perfekte Körperhaltung wichtig.

 

Der lange Prozess der Krebstherapie war erfolgreich und heilsam zugleich. Der Krebs ist weg und meine Sicht auf das Tanzen und den freien Ausdruckstanz, hat sich einer ganz neuen Seite geöffnet. Ich durfte die Erfahrung machen, dass Tanzen heilt und Äußerlichkeiten keine Rolle spielen. Ich habe während dieser gesamten Zeit getanzt, wieder gelernt meinen Körper wahrzunehmen und ihm wieder zu vertrauen. Alles zulassen, was ich fühle und was mich bewegt. Ich habe mir einen Raum geöffnet, in dem alles seinen Ausdruck finden durfte – und das war ein starkes Gefühl. Ich kann einfach "aus der Reihe tanzen" und meinen Gefühlen, wie z.B. Angst, Verzweiflung, Traurigkeit und Wut, freien Lauf lassen.

Von hier an begann eine wundervolle Reise und eine tanztherapeutische Ausbildung, denn dieses Gefühl wollte ich unbedingt weitergeben. Seit einigen Jahren leite ich erfolgreich Kurse, Seminare, Workshops und Einzelcoaching, nicht nur für erkrankte Frauen, sondern für alle, die Freude an Bewegung haben oder sich in einer Lebensphase der Veränderung befinden. Für alle, die neue Facetten an sich entdecken möchten und durch viele Bewegungsmöglichkeiten ihr Körpergefühl verbessern wollen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Größe, Statur und Einschränkungen. Das alles kann der therapeutische, freie Ausdruckstanz bewirken. Es sind keine Tanzkurse und es sind auch keine Vorkenntnisse nötig. Übrigens leite ich seit zwei Jahren auch Online freieTanzstunden an.

 

„Bei mir bekommt jeder den Raum und die Zeit mit passender Musik und zugewandter Anleitung, vollkommen in den Körper und die Empfindungen einzutauchen. Beim Tanzen den Ausdruck von Lebensfreude, Lebendigkeit und Kraft zu erfahren. Die Achtsamkeit liegt hier völlig auf dem was sich im Inneren bewegt. Äußerlichkeiten spielen keine Rolle. Die positive Energie, die dadurch entsteht, kann auch im Alltag genutzt werden.

 

Ich weiß, dass ich eine besondere und wertvolle Gabe habe, mit der ich Menschen glücklicher machen kann. Ich bereite ihnen einen Weg, zu ihrem Ursprung zu gelangen und zu dem, was sie ausmacht. Liebevoll nach innen zu schauen und so zu sich selbst zu finden. Manchmal muss man im Leben wachgerüttelt werden. Und manchmal wird man auf sehr unsanfte Weise daran erinnert, dass die eigene Zeit hier auf Erden begrenzt ist.

 

Zum Abschluss noch einen Satz von mir,

 

“Unterdrücke nicht deine Leidenschaft, sondern lebe sie mit Leidenschaft!“

 

Liebe Grüße

Astrid

 


Ihr wünscht weitere Informationen von Astrid? Dann schaut euch ihr Video an oder kontaktiert Astrid gerne direkt:

 

Tanzkörper

 

info@tanzkoerper.de

via Instagram Astrid Volk

 

 

Mobil: 0172 2118941

 



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